Künstliche Intelligenz: IBM Watson im Projekteinsatz bei Capgemini

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Alexander Heßeler berichtet im Interview über seine Arbeit mit Künstlicher Intelligenz und wie er sie in seinen Projekten bei Capgemini einsetzt.

Als Experte für künstliche Intelligenz (KI) setzt Alexander Hesseler unter anderem IBM Watson bei seinen Projekten im Bereich Digital Customer Experience ein. Im Interview verrät er mehr über sogenannte „Cognitive Services“, wie ein KI-Projekt bei Capgemini abläuft, und wie er Studierende an das Thema heranführt.

Alexander, wie bist du zu Capgemini gekommen und was gehört zu deinem Tätigkeitsbereich?

Ich bin Principal Consultant im Bereich Digital Customer Experience bei Capgemini am Standort München. Ich bin vor sieben Jahren angetreten, um das Thema „Vernetztes Fahrzeug“ bei Capgemini aufzubauen. Seit Februar 2017 leite ich ein Team, das im Rahmen einer Partnerschaft mit IBM „Cognitive Services“ einsetzt, um Prozesse unserer Kunden effizienter zu gestalten oder auch um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Cognitive Services sind vielleicht nicht jedem ein Begriff. Was können wir uns darunter vorstellen?

Cognitive Services basieren auf der Technologie des Cognitive Computing, oder anders gesagt: auf künstlicher Intelligenz. In unserem Fall arbeiten wir mit IBM Watson. Künstliche Intelligenz ist aber ein sehr weiter Begriff. Wir beschäftigen uns vor allen Dingen mit der Analyse von sogenannten unstrukturierten Daten. Das sind Daten, deren Inhalte nicht schon fein säuberlich vorliegen, sondern erst extrahiert werden müssen – zum Beispiel aus Bildern oder Geräuschen. Gelingt das, kann das System diese Daten weiterverarbeiten. Ein Beispiel: Wir können die KI darauf trainieren, auf Bildern Autos zu erkennen, z.B. für Polizeifahndungen. Auch die Erkennung und Verarbeitung von menschlicher Sprache durch Maschinen wird so ermöglicht: Gesprochene Sprache wird zunächst in einen Text überführt, den das System danach analysiert. Das ist beispielsweise die Basis zur Programmierung von Chatbots.

Wie sieht die Arbeit mit KI in deinem Job aus? Wie läuft ein typisches Projekt ab?

Meistens kommen die Kunden mit einem Problem zu uns und möchten wissen, ob es eine Lösung unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz gibt. Ein Beispiel: Ein Kunde aus der Automobilbranche möchte die Qualitätsprüfung am Ende des Lackierprozesses automatisieren, also Kratzer und Lackfehler aufspüren. Für einen Menschen ist das eine sehr ermüdende Arbeit, die ein Computer besser erledigen könnte. Im ersten Schritt testen wir deshalb, wie eine mögliche Bildaufnahme vor Ort erfolgen kann, d.h. welche Kameras und Bildwinkel wir am besten einsetzen, damit wir Aufnahmen erhalten, die dem KI-System zugeführt werden können. Dann trainieren wir das System, selbstständig Lackfehler zu identifizieren, und überprüfen wie hoch die Trefferquote ist, bzw. ob diese für einen produktiven Einsatz ausreichend ist.

Wie ist das Team strukturiert, das an so einem Projekt arbeitet? Hier müssen ja bestimmt sehr viele Kompetenzen abgedeckt werden.

Für alle Schritte setzen wir unterschiedliche Experten ein. Für den ersten Schritt, die Aufnahme von Daten z. B. über Sensoren, brauchen wir technische Experten, die sich mit Sensoren, Schaltkreisen und Verstärkern auskennen. Im nächsten Schritt, der Datenanalyse, geht es stärker um den IT-Aspekt; hier kommen Kollegen aus unserem Bereich Digital Customer Experience, sowie Insights & Data hinzu. Aber auch Kollegen aus dem Consulting-Bereich helfen mit, indem sie aus der Kundenanfrage einen Business Case gestalten und berechnen. Das ist wirklich eine interdisziplinäre Teamleistung.

Welche Bewerber sucht ihr für euren Bereich Digital Customer Experience? Was sollte die perfekte Kandidatin oder der perfekte Kandidat mitbringen?

Wir suchen junge Kollegen, die für das Thema digitale Innovation brennen; Digital Natives, die Lust auf wirklich bahnbrechende IT-Services haben. Idealerweise sind das Leute mit Programmierkenntnissen – Objektorientierung ist wichtig, vor allem Java und Python sind gefragte Sprachen. Technisch ständig up to date zu sein ist auch ein Muss. Außerdem ist es sehr wichtig, im Team arbeiten und programmieren zu können: KI ist keine One-Man-Show. Und wenn jemand sowohl mit Software-Entwicklern auf der technischen Ebene, als auch mit Kunden auf der Business-Ebene kommunizieren kann, dann sind wir sehr interessiert.

Du hast auch schon Workshops zu dem Thema Künstliche Intelligenz und Chatbots für Studierende durchgeführt. Was konnten die Teilnehmer dabei lernen?

In solchen Workshops schauen wir uns zunächst an, wie ein Chatbot funktioniert und wie man ihn dazu bringt zu verstehen, welche Absicht oder Fragestellung ein Nutzer hat. Dazu müssen wir ihm beibringen, verschiedene Intentionen des Users zu unterscheiden – z.B. eine Begrüßung von einer Bestellabsicht oder einer Kontaktdatenänderung – und dem Nutzer dann entsprechend weiterzuhelfen.

Im praktischen Teil unserer Workshops entwickeln wir dann selbst Chatbots. Die Workshop-Gruppen dürfen sich dann meistens ganz frei ein Thema ausdenken. Letztes Jahr hat eine Gruppe zum Beispiel eine Idee für einen Chatbot entwickelt, der das perfekte Weihnachtsgeschenk findet. Ein anderer sollte Krankheitssymptome analysieren. Und dass die Teams dann im Anschluss ihre Ergebnisse präsentieren und pitchen, gehört auch dazu und ist oft sehr unterhaltsam.

Wer ebenfalls in einem Workshop in die neusten Trends hineinschnuppern möchte, findet auf unserer Event-Seite alle aktuellen TermineSie möchten mehr über Jobmöglichkeiten im Bereich Digital Customer Experience erfahren? Schauen Sie sich unsere aktuellen Stellenanzeigen an. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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