Digitale Zusammenarbeit: Tauschen Unternehmen zu wenig Daten aus?

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Laut IT-Trends Studie verändert die Digitalisierung im Schnitt zwei Drittel aller Geschäftsprozesse. Dabei konzentrieren sich CIOs auf die Kernprozesse und vernachlässigen die Schnittstellen zu Partnern. Handeln sie damit zu kurzsichtig?

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Digitalisierung bringt eine Menge Wandel mit sich: Die IT-Trends Studie 2018 ergab, dass durchschnittlich 63 Prozent aller Geschäftsprozesse angepasst werden. 35 Prozent der Befragten sehen sehr starke Veränderungen bei den Produktions- beziehungsweise Betriebsprozessen. Demgegenüber steht die Anpassung der Beschaffungsprozesse beziehungsweise die Anbindung von Partnerunternehmen nur bei 15 Prozent der Befragten im Mittelpunkt.

„Bei nur 15 Prozent der Befragten steht die Anbindung von Partnern im Mittelpunkt – in Zeiten der nahezu voll vernetzten Welt scheint dieses Ergebnis paradox.“
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Dieses Ergebnis erscheint paradox, denn der Haupttreiber für Wertschöpfung im Rahmen der Digitalisierung ist die Verknüpfung von Prozessen und Daten, nicht nur intern, sondern vor allem über Unternehmensgrenzen hinweg. Dadurch können Lieferketten enger verzahnt und minutiös getaktet werden, so dass Wettbewerbsvorteile entstehen: Die Lieferung nimmt weniger Zeit in Anspruch und ist genau so terminiert, dass sie exakt in den Produktionsprozess passt oder der Empfänger sie direkt entgegen nehmen kann.

Partner suchen, bevor es andere tun

Aber beim Datenaustausch mit Partnern geht es nicht nur um die Verbesserung des Vorhandenen, sondern auch um die kreative Schöpfung neuer Geschäftsmodelle. Ein Beispiel ist der Service Mobilität: Wenn Informationen rund um Bus- und Bahnfahrpläne, Mietwägen und -fahrräder, Parkplätze und Elektrotankstellen zusammenkommen und alle Verkehrsmittel über eine einzige App gebucht werden können, verschaffen sich alle Kooperationspartner einen Wettbewerbsvorteil. Zum einen stellen sie sich gegenüber anderen Verkehrsmitteln wie dem Flugzeug besser auf, zum anderen gegenüber anderen Anbietern, die bei der App außen vor sind. Den größten Vorteil haben die Kooperationen, die ein Geschäftsmodell durchgängig abdecken und die Plattformen, auf denen viele Partner oder Dinge miteinander verknüpft sind. Deshalb ist es eine gute Idee, sich frühzeitig mit solchen Modellen zu beschäftigen und Partnerschaften zu initiieren, bevor es andere tun. Der Aufwand für den Datenaustausch ist initial allerdings hoch und erfordert teilweise Kommunikation in Echtzeit.

Lieber früher als später an die Schnittstellen denken

Ähnlich kommunikationsintensiv ist die Bereitstellung von Digital Twins für Anwender- und Service-Unternehmen oder der Datenhandel in der Industrie. Sie führen auch zu Veränderungen bei denjenigen Unternehmen, die solche Services nutzen: Sie benötigen beispielsweise Vorlagen für den 3D-Druck von Komponenten oder die Einstellung von Werkzeugmaschinen. Das Einlesen der Daten muss sicher sein, sonst könnte die gesamte Produktion lahmliegen. Ihre Maschinen übermitteln möglicherweise Daten an eine Wartungsfirma oder den Hersteller, um Probleme proaktiv beheben zu können und die Maschinennutzung zu optimieren. All das ist zwar noch nicht in der breiten Massen angekommen, aber auch lang keine  Zukunftsmusik mehr. Wenn CIOs nicht gerade selbst ein neues, datenbasiertes Geschäftsmodell entwickeln, machen sie sich anscheinend noch viel zu wenig Gedanken darüber, wie viel sich an der Schnittstelle zu Partnern und Lieferanten verändern wird. Das ist meiner Meinung nach kurzsichtig. Es wäre besser, sich früh zu überlegen, wie man die Schnittstellen gestalten will, anstatt später von fertigen Konzepten überrollt zu werden, die jemand anderes erarbeitet hat.

Aber wie halten Sie es: Ist für Ihr Unternehmen die Schnittstelle nach außen genauso wichtig wie die internen Prozesse? Oder denken Sie, dass es besser ist, sich erst mit dem Thema zu beschäftigen, wenn es konkret wird?

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