RSS-Feed abonnieren

IoT steht auf der diesjährigen Hannover Messe mit dem Motto Integrated Industry – Connect & Collaborate einmal mehr im Fokus. Laut IDC sollen die Ausgaben von 700 Milliarden US-Dollar 2016 auf mehr als 1,3 Billionen US-Dollar im Jahr 2020 steigen. Dennoch zögern viele Unternehmen, IoT – beziehungsweise das Industrielle Internet der Dinge (IIoT) – in der Fertigung und beim Betrieb einzusetzen, wie eine aktuelle Studie von Capgemini zeigt. Die Gründe sind vielfältig: Sicherheitsbedenken, Unsicherheit bei IoT-Standards oder uneindeutige Einsatz- oder Nutzenszenarios. Und die Mehrheit der Studienteilnehmer vermisst die erforderlichen Analysefähigkeiten für IoT-Daten im Unternehmen. Für die Studie wurden Führungskräfte aus 300 Unternehmen weltweit befragt, die bereits IoT-Initiativen umsetzen. Zudem wurden 300 Anwendungsszenarien analysiert und bewertet.

Industrie 4.0: Deutschland nicht alleiniger Vorreiter

Deutschland versteht sich als die Heimat von Industrie 4.0, belegt aber laut Studie bei der umfassenden Implementierung von IoT im Fertigungsprozess nur Rang drei – hinter den USA und Großbritannien. Branchen wie der Handel oder die Konsumgüterproduktion, bei denen der Kunde schon länger im Mittelpunkt steht, sind beim IoT-Einsatz voraus. Gleichwohl gibt es erfolgreiche lokale wie globale Beispiele zum Einsatz von IoT in der Fertigung, zum Beispiel die Instandhaltung von Produktionsanlagen eines führenden deutschen Automobilherstellers. Dieser nutzt IoT-Sensoren zunächst zur schlichten Überwachung von Maschinen und Robotern in seiner Fertigung in China. Die Daten werden aber anschließend auch in eine Analyse-Plattform eingespeist und für Predictive Maintenance sowie zur übergreifenden Betriebsoptimierung verwendet. Als Pilotprojekt mit rund 200 Maschinen gestartet, wird der Ansatz mittlerweile in weitere Bereiche produktiv ausgerollt. Hierbei sollen über 300 Stunden Downtime eingespart sowie der Aufwand durch optimierte Verfüg- und Bedienbarkeit um über 700 Stunden reduziert werden.

„Wo anfangen und wie beginnen? Vermeiden Sie kopfloses Vorgehen bei der Implementierung von IIoT in Ihrem Fertigungsprozess.“
Zum Tweet

Mischung aus Strategie und technischer Kompetenz entscheidet

Für Unternehmen, die IoT einsetzen wollen, gilt: wo anfangen und wie beginnen? Zunächst mal, vermeiden Sie kopfloses Vorgehen und entwickeln Sie eine klare Strategie bereits im Vorfeld. Sie sollten sich dabei der technologischen Anforderungen sowie der Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb bewusst sein. Hieraus lässt sich ein strategisches Rahmenkonzept mit drei Eckpfeilern ableiten:

  • Identifzieren Sie kritische Herausforderungen, die mittels IIoT adressiert werden können.
  • Stellen Sie ein ausgewogenes Führungsteam zusammen, das Technik als auch Business versteht und das Unternehmen und seine Mitarbeiter anhand einer konsistenten IIoT-Strategie leitet.
  • Definitieren Sie Ihre vielversprechendsten Einsatzszenarien, die sich unternehmensweit adaptieren lassen müssen, klar und eindeutig.

Belastbar wird dieser Ansatz mit dem passenden technologischen Unterbau. Es bedarf zum Beispiel einer robusten und skalierbaren Analyse- und Entwicklungsplattform für die zunehmende Menge strukturierter und unstrukturierter IoT-Daten. Erweiterte Analyse- und KI-Funktionen sollten an den strukturellen Anforderungen eines IIoT-Netzwerks ausgerichtet und zentral und dezentral verfügbar sein. Ein moderner Security-by-Design-Ansatz verhindert von vornherein, dass die zahlreichen hinzukommenden IIoT-Komponenten zu potenziellen Sicherheitslücken im Unternehmen werden können.

IIoT setzt sich durch – mit Ihrem Unternehmen oder ohne

Bewährte Anwendungsfälle zeigen, dass IIoT zahlreiche Vorteile beim Einsatz in Organisationen und über Bereichsgrenzen hinweg generieren kann. Um die vielversprechendsten industriellen IoT-Szenarios zu identifizieren, müssen Unternehmen allerdings mehr als die reine Technologiekomponente verstehen. Nur wer eine kohärente IoT-Strategie und -Vision aufbaut, Führungskräfte sorgfältig auswählt und einen engen Fokus auf wertschöpfende Szenarien legt, verschafft sich einen langfristigen Wettbewerbsvorteil. Insbesondere Herstellern komplexer Produkte droht sonst die Gefahr, den Status des Experimentierens nicht zu verlassen und gegenüber Wettbewerbern an Boden zu verlieren, die bereits Skaleneffekte realisieren.

Sie haben Fragen zu diesem Thema? Treffen Sie mich und meine Kollegen auf der Hannover Messe. Sie finden uns am Bitkom-Gemeinschaftsstand (Digital Factory Halle 6, Stand D30) und auf unserem Digital Manufacturing Impact Day: Mittwoch, 25. April 2018 (Halle 2, Raum Paris). Anmeldung und weitere Infos hier.