Die nächste Generation der „Women in Tech“: Frauen in MINT-Berufen fördern

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Dr. Petra Wolf ist Principal Business Analyst bei Capgemini. In unserem Interview berichtet sie über Geschlechterklischees in MINT-Berufen und verrät, warum junge Frauen hier besonders gefragt sind.

Mädchen in MINT Berufen - Dr. Petra Wolf

Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Technik – die Fachrichtungen der MINT-Berufe sind traditionell nicht eben weiblich besetzt. Doch die Berufsbilder wandeln sich. Mädchen und Frauen bringen Fähigkeiten mit, die gerade in diesen Bereichen gebraucht werden. Capgemini unterstützt Frauen deshalb mit gezieltem Karriere-Coaching. Dr. Petra Wolf zeigt, wie eine weibliche Karriere im Unternehmen aussehen kann.

Stell dich bitte kurz vor: Was hast du studiert? Wo hast du gearbeitet, bevor du zu Capgemini kamst?

Ich habe Geografie, Chemie und Anglistik auf Lehramt studiert. Dann habe ich mich auf Wirtschaftsgeografie fokussiert. Über das Thema meiner Magisterarbeit bin ich zur Wirtschaftsinformatik gekommen, in diesem Bereich habe ich auch promoviert. Die Arbeit an der Universität hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin. An der TU München war ich unter anderem Fachbereichsleiterin und hatte 13 wissenschaftliche Mitarbeiter im Bereich Informationsmanagement.

Wie lange bist du schon bei Capgemini?

Vor zweieinhalb Jahren habe ich beschlossen, in die Privatwirtschaft zu wechseln. Mitte 2015 bin ich zu Capgemini gekommen.

Welche Position hast du im Unternehmen?

Ich bin Digital Account Managerin. Das bedeutet, dass ich bei Capgemini im Bereich Business Technology für das Beratungsgeschäft der Kundengruppe „Öffentliche Verwaltung Bund“ verantwortlich bin. Sie besteht aus 40 bis 50 Bundesbehörden. Ich kümmere mich darum, dass wir eine gleichbleibend hohe Qualität in der Beratungsleistung liefern. Aber nicht nur das – es ist eine Mischung aus Akquise, Beratungsgeschäft, Lösungs- und Nachwuchsentwicklung.

Warum entscheiden sich deiner Meinung nach so wenige Mädchen für eine Ausbildung oder ein Studium in einem MINT-Beruf?

Lehrer in naturwissenschaftlichen Fächern gehen oft davon aus, dass diese Fächer eher nichts für Mädchen sind. Das überträgt sich natürlich. Aber auch Mädchen selbst übernehmen teilweise solche Klischees und fragen sich, ob sie ein „Nerd“ sein wollen. Außerdem gelten Frauen schnell als übermäßig nüchtern und rational, wenn sie solche Berufe anstreben.

Siehst du die Möglichkeit, dass diese Klischees langfristig verschwinden?

Ich glaube schon, dass sie langsam bröckeln. Bereits in meiner Zeit an der Universität lag der Mädchenanteil in der Wirtschaftsinformatik bei fast 40 Prozent. Die IT-Berufsfelder und MINT-Berufe verändern sich. Es geht ja längst nicht mehr nur ums Programmieren, sondern auch viel um Kommunikation und um das Verstehen von Anforderungen. Die Digitalisierung sorgt außerdem dafür, dass wir nicht mehr diese scharfen Grenzen zwischen den Disziplinen haben. So kann man leichter wechseln und für sich selbst das Passende finden.

Welche Möglichkeiten siehst du, um bereits Mädchen MINT-Berufe schmackhaft zu machen?

Mit Aktivitäten wie Girls’Day, Praktika oder Schnuppertagen können wir schon Schülerinnen zeigen, welche Berufsbilder es gibt und welche Ausbildungen man dafür braucht. Sehr aktiv sind wir in der eMentoring Plattform CyberMentor: Ein gutes Dutzend unserer Kolleginnen begleitet Schülerinnen über ein Jahr und berichten ihnen aus ihrem Alltag.

Beim Girls’Day beispielsweise können Schülerinnen aus den Stufen 8 und 9 einen Blick in das Unternehmen werfen und sehen, dass MINT etwas für Mädchen sein kann. Außerdem ermöglichen wir Praktika und haben viele Werkstudentinnen. Wir gehen in Universitäten und sprechen dort gezielt die Frauenbeauftragten an. Viele unserer Kolleginnen sind Mentorinnen an unseren Zielhochschulen. Ein gut ausgeprägtes Netzwerk an Hochschulpaten zeigt, was Capgemini macht, speziell für Frauen. Und wir veranstalten Recruiting-Events, die sich an Frauen richten. Auch unserem Unternehmen tut es gut, einen hohen Frauenanteil zu haben.

Welche Möglichkeiten bietet Capgemini zur Entwicklung von „Women in Tech“?

Es gibt ein Mentoring-Programm, das zunächst alle neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anspricht. Damit hat jeder am Anfang eine Bezugsperson. Wir haben zudem viele Initiativen zu den Themen Diversity und Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Als Karriere-Coaching bieten wir aber auch ganz spezielle Trainings für Frauen, die sich gezielt weiterentwickeln wollen.

Hast du Tipps für Mädchen und junge Frauen, die MINT-Berufe anstreben?

Für mich war es wichtig, ein Unternehmen zu finden, das auf einen kameradschaftlichen Umgang Wert legt. Das kann ich nur empfehlen. Ich finde es zudem sehr wichtig, immer authentisch und sich selbst treu zu bleiben. Auch in einem männlich geprägten MINT-Beruf sollte man seine individuellen Stärken mitbringen und nutzen. Gerade die weibliche kommunikative Seite ist sehr hilfreich im Umgang mit Kollegen oder Kunden. 

Sie interessieren sich für MINT-Berufe und haben Lust, Capgemini näher kennenzulernen? Dann informieren Sie sich doch einfach über unsere aktuellen Stellenangebote! Zum Beispiel in den Bereichen, in denen auch Dr. Petra Wolf tätig ist, etwa als Beraterin IT für E-Government oder als Beraterin IT für den Öffentlichen Bereich!

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