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Laut den Ergebnissen ist die Digitalisierung weiterhin sehr wichtig für Unternehmen. Mehr als ein Drittel der CIOs im deutschsprachigen Raum bezeichnen sie bei sich als erfolgreich und 5,2 Prozent sogar als sehr erfolgreich. Zur dieser Spitzengruppe gehören Unternehmen ganz unterschiedlicher Branchen. Es sind offenbar eher einzelne Erfolgsgeschichten statt ganzer Branchenphänomene.

Der Lohn für die Anstrengungen ist nach Aussagen der CIOs vor allem die höhere Effizienz im Tagesgeschäft und eine sicherere  Marktposition des Unternehmens. Neue Geschäftsfelder zu erschließen, ist aber weiterhin schwierig. Das liegt auch daran, dass erst etwa ein Drittel der Unternehmen die notwendige Big-Data-Infrastruktur aufgebaut hat, um diese zu identifizieren. Gut ein Viertel ist gerade am Werk, auf dieser Basis neue Geschäftsmodelle umzusetzen.

Menschen sind wichtiger als Technologien

Ein Patentrezept für die Digitalisierung scheint es also nicht zu geben. Klar ist aber, dass Menschen wichtiger sind als Technologien. Denn CIOs halten es für die wichtigste Maßnahme, interdisziplinäre Teams aus IT- und Fachspezialisten zu etablieren, damit die Digitalisierung ihre Früchte trägt. Auf Platz zwei folgt die gezielte Rekrutierung von Mitarbeitern mit dem entsprechenden Know-how und erst dann kommt die Analyse und Vernetzung der eigenen Daten.

Im Bereich Kooperationen bewerten CIOs die Zusammenarbeit mit einem etablierten Unternehmen besser als die Zusammenarbeit mit Start-ups oder Externen mit Digitalisierungs-Know-how. Als am wenigsten erfolgversprechend beurteilen sie Akquisitionen. Allerdings haben viele Unternehmen in den vergangenen Monaten weder kooperiert noch akquiriert, dementsprechend gering ist ihre Erfahrung.

Empfehlung: Software-Entwicklung ausbauen und digital affine Führungskräfte einstellen

Die Analyse der Frontrunner der Digitalisierung zeigt, dass sie zum Teil andere Wege als die breite Masse eingeschlagen haben. Ihrer Meinung nach haben die folgenden Maßnahmen am meisten zum Erfolg beigetragen:

  • Ausbau der Datenanalyse
  • Erhöhung der eigenen Kapazitäten in der Software-Entwicklung
  • Etablierung von interdisziplinären Teams (IT- und Fachseite)
  • stärkere Vernetzung der eigenen Daten
  • vermehrter Einsatz digital affiner Führungskräfte

Die eigenen Software-Entwicklungskapazitäten zu vergrößern, scheint von der breiten Masse leicht und der Einsatz digital affiner Führungskräfte deutlich unterschätzt zu werden.

Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass Unternehmen, die den Erfolg ihrer Digitalisierungsmaßnahmen als gering einschätzen, häufig die folgenden Probleme haben:

  • unflexible Geschäftsprozesse
  • zu starre Organisationsstrukturen
  • unklare Verantwortlichkeiten
  • keine übergreifende Planung
  • zu wenig Mitarbeiter mit dem entsprechenden Know-how

Diese Unternehmen sollten also zuerst daran arbeiten, ein positives Klima für die Transformation zu schaffen und sich flexibler und mit klaren Verantwortlichkeiten aufzustellen, um dann Prozesse zu flexibilisieren und die Maßnahmen  der Erfolgreichen umzusetzen. Der Mangel an den entsprechenden Mitarbeitern ist natürlich durch den Fachkräftemangel bedingt, liegt aber vielleicht auch an eingefahrenen Strukturen.

Was haben Sie bislang bei der Digitalisierung erreicht? Und welche Maßnahmen waren Ihrer Meinung nach erfolgreich? Was würden Sie empfehlen? Ich freue mich auf die Diskussion.