Kurz vor Ende meines Studiums fragte mich ein Kollege, ob ich denn nicht Lust hätte, mich als Berater zu bewerben. Gesagt – getan. Meine Vorgesetzten hatten sogar schon vor dem Vorstellungsgespräch das Projekt im Blick, in welchem ich jetzt tätig bin. Beim Kunden sind wir für das Application Management einer Investmentbanking-Anwendung verantwortlich, d. h. wir übernehmen die Verantwortung für Wartung und Weiterentwicklung dieser Applikation. Mein Aufgabenbereich liegt in erster Linie im Bereich der Wartung der Software, insbesondere in der Analyse von fachlichen und ggf. technischen Problemen, beispielsweise in Reports – also die perfekte Aufgabe für einen Wirtschaftsinformatiker. Insgesamt sind die Tätigkeiten also durchaus vielfältig und es wird eine gewisse Flexibilität benötigt, da man nicht sagen kann, welche Aufgaben am nächsten Tag anstehen. Genau das macht für mich den Reiz als Berater aus… man lernt immer wieder etwas Neues und wird mit verschiedensten Problemen konfrontiert, die es möglichst schnell und zur Zufriedenheit des Kunden zu lösen gilt.

Allerdings ist das Leben als Unternehmensberater bei Capgemini nicht so, wie man es sich typischerweise vorstellt: so arbeite ich z. B. keine 100 Stunden in der Woche (in Wahrheit sind es nämlich 120 Stunden ;)) und genauso reise ich relativ wenig, da ich meinen festen Arbeitsplatz bei unserem Kunden in Hannover habe, wo ich den Großteil meiner Arbeitszeit verbringe. Dies bedeutet also, dass ich nicht ständig in unterschiedlichen Projekten eingesetzt werde, sondern langfristig in meinem derzeitigen Projekt eingeplant bin. Auch die meisten Kollegen sind schon seit mehreren Jahren in diesem Projekt – dennoch ist es bei Capgemini natürlich möglich, in unterschiedlichen Projekten bei verschiedenen Kunden zu arbeiten.

Auch das Sozialleben kommt – entgegen sämtlicher Vorurteile – nicht zu kurz: wer möchte, kann auch mit Kollegen etwas in seiner Freizeit unternehmen; hier gibt es seitens Capgemini unterschiedliche Angebote wie z. B. die Teilnahme am Firmenlauf oder am Drachenbootrennen. Ein weiteres Vorurteil gegenüber Beratern ist ja, dass es sich überwiegend um BWL-er handelt, die hauptsächlich mit englischen Buzzwords kommunizieren. Auch das stimmt meiner bisherigen Erfahrung nach nicht: die meisten meiner Kollegen haben, wie ich, einen IT- oder einen anderen technischen/naturwissenschaftlichen Hintergrund und sprechen ganz normal und verständlich. Wobei die Kommunikation auf Englisch je nach Projekt und Kunde natürlich eine wichtige Rolle einnimmt. Meine Arbeit besteht außerdem nicht nur daraus, bunte PowerPoint-Präsentationen zu erstellen, sondern aus der Analyse und Behebung von unterschiedlichsten Problemen. Hierbei ist entsprechendes Fachwissen erforderlich, also etwas, was Beratern im Allgemeinen häufig abgesprochen wird 🙂

Ein weiteres Klischee übrigens, welches nicht stimmt, ist, dass alle Berater Porsche fahren… Schade eigentlich!

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