Vergessenes ADM: CIOs dürfen sich von der Digitalisierung nicht blenden lassen

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Wie stabil Anwendungen laufen, ist derzeit eigentlich kein relevantes Thema für CIOs.

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Das ist ein Eindruck, den ich aus den regelmäßigen Gesprächen mit IT-Entscheidern sowie aus aktuellen Studien zu IT-Trends gewinne. Ganz anders sieht es bei der Digitalisierung aus: Verkürzte Releasezyklen, DevOps, bimodale IT, Big Data, Automatisierung – damit beschäftigen sich IT-Entscheider. Meine Prognose ist allerdings, dass Anwendungsbetrieb, -Wartung und -Pflege in einigen Jahren wieder zu den interessantesten Themen in der IT überhaupt avancieren. Der Grund: Die Digitalisierung bringt jede Menge Anforderungen mit sich, über die sich derzeit kaum jemand Gedanken macht. Die Folge: Stabilitätsverlust, zunehmende Komplexität und hoher Ressourcenbedarf.

Im Zuge der Digitalisierung erreicht die IT immer mehr Menschen und verknüpft zunehmend mehr Geräte. Die Möglichkeiten zur Wertschöpfung steigen und mit ihnen die Zahl der Anwendungen bzw. Apps. Gleichzeitig beobachte ich die Kannibalisierung von IT-Systemen aber nur als eine Randerscheinung, sodass unterm Strich immer mehr Anwendungen die Landschaften schmücken. Und für fast alle werden die Releasezyklen kürzer. Trotzdem soll die IT stabil laufen und auch die Kundenanforderungen an die permanente und globale Verfügbarkeit der Systeme steigen stetig weiter an. Der Komplexität der Anwendungslandschaft leistet auch die agile Softwareentwicklung ihren Beitrag. Einerseits ermöglicht sie, Prozesse zu beherrschen und darüber die ganze IT-Produktion aufzunehmen, anderseits erschwert sie die Orchestrierung all der schlanken, kleinen und schnell entwickelten Anwendungen, die teilweise stündliche Deployments erfordern.

All das stellt den Anwendungsbetrieb und die -Wartung und -Pflege vor neue Herausforderungen. In Service Level Agreements müssen ganz andere Leistungsniveaus definiert werden. Automation macht das Anwendungsmanagement (AM) zwar produktiver, aber nicht alles ist auch automatisierbar. Denn solange wir damit nicht fehlerfrei programmieren können, kann uns die Automatisierung die Aufgaben von ADM (Application Development und Maintenance) auch nicht wirklich abnehmen. Denn das ist es doch was Application Management leistet: es begleicht die Fehler zwischen den Systemschnittstellen, um ihren reibungslosen Ablauf zu garantieren.

Viele CIOs werden überrascht sein, zu welcher Bedeutung das Thema ADM in einigen Jahren wieder empor steigen wird. Ich sehe das Pendel bereits mit voller Schlagkraft zurückschwingen. Es sei denn, wir vergessen über die Entwicklung der neuen Anwendungen nicht, ihr Management auf die neuen Schwierigkeiten vorzubereiten. Wichtig ist mir, dass ADM mit dem Aufstieg der agilen Softwareentwicklung und dem Digital Enterprise im Gleichschritt geht. Der Betrieb und die Prozesse des ADM müssen sich anpassen an das Tempo der immens kurzen Releasezyklen. Passiert dies nicht droht Durcheinander, dominiert von der Inkonsistenz der Anwendungslandschaft. Der CIO ist voll damit beschäftigt, Businesspartner zu sein und über die Digitalisierung neue Geschäftsmodelle und –Prozesse zu unterstützen. Trotzdem darf er vor dem drohenden Chaos nicht die Augen verschließen. Die ADM-Organisation muss lernen, ihre unzähligen Netzwerke mit ihren vielen verschiedenen Schnittstellen zu managen. Dafür muss sich die Prozesslandschaft verändern, beispielsweise über die Einführung von DevOps und Plattform-as-a-Service. Die richtigen Skills gehören natürlich auch dazu.

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