Fast jeder von uns kennt die Aufregung vor einem Vorstellungsgespräch: man möchte einen guten Eindruck hinterlassen und gleichzeitig kompetent und überzeugend wirken. Möglicherweise ist man auch nervös, da man nicht weiß, welche Fragen auf einen zukommen.
Als Teilnehmer des Top-Recruiter-Programms habe ich bei Capgemini die Möglichkeit bekommen, in die Rolle des Interviewers bei Vorstellungsgesprächen in der Nürnberger Niederlassung zu schlüpfen.
                     
Jetzt auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen ist jedes Mal wieder eine interessante und aufregende Erfahrung für mich. Ich möchte in der kurzen Zeit den Kandidaten möglichst gut kennen lernen, erfahren was seine Stärken sind und mir ein Bild darüber machen, ob er bzw. sie gut in unser Unternehmen passt.
Genauso wichtig ist es aber, dem Kandidaten auch einen guten Eindruck vom Unternehmen zu vermitteln. Dazu muss man auf ein paar Dinge achten: die Organisation des Termins im Vorfeld, die Vorbereitung einer sinnvollen und auf den Bewerber abgestimmten Struktur des Gesprächs, sowie schließlich eine Nachbereitung des Interviews.Da ich nun die Chance hatte, beide Seiten kennen zu lernen, möchte ich meine Erfahrung mit euch teilen und ein paar Tipps geben.

  • Abschlussarbeit bzw. Seminararbeit:

Um zu sehen, ob der Bewerber gut strukturiert und durchdacht komplexe Zusammenhänge erklären kann, frage ich gerne nach dem Ziel und dem Inhalt der Abschlussarbeit. Dabei ist es mir wichtig, dass der Bewerber die Idee auch für Themenfremde gut vermitteln kann und bei der Erklärung auf den Punkt kommt.

  • Fachliches Wissen in Bezug auf die Stelle:

Je nachdem auf welche Stelle sich der Kandidat bewirbt, können auch fachliche Fragen aus dem entsprechenden Gebiet kommen. Es macht also durchaus Sinn, in den Uni-Unterlagen ein paar Fachbegriffe nachzuschlagen.

  • Informationen über das Unternehmen:

Es klingt vielleicht banal, aber es macht einfach keinen guten Eindruck, wenn der Bewerber im Interview keine Ahnung hat, was das Unternehmen eigentlich macht. Es muss keine wissenschaftliche Recherche sein, die wichtigsten Fakten und Eckdaten reichen schon aus.

  • Mit intelligenten Fragen punkten:

Wenn mir Bewerber im Gespräch Fragen zu bestimmten Aspekten ihres künftigen Jobs stellen, merke ich, dass sich der Kandidat  im Vorfeld überlegt hat, was ihm wichtig im Beruf ist. Das signalisiert mir  Interesse und zeigt auch, dass er mitdenkt.

  • Gehaltsvorstellung:

Das Thema Gehalt wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Sprache kommen. Also schon vorher  über  die branchenspezifischen Gehaltsbandbreiten informieren und Gedanken über das Wunschgehalt machen.

Zum Abschluss noch zwei Punkte:

  • Authentisch sein:

Auch in dieser Stresssituation bloß nicht verstellen, sondern einen guten Eindruck durch ein natürliches Auftreten machen. Das kommt auf jeden Fall positiv an.

  • Begrüßung mit Handschlag:

Bei der Begrüßung ist es mir wichtig, dass der Handschlag  weder zu schwach und noch zu stark ist. Gegen feuchte Hände wegen der Aufregung, hilft ganz einfach, sie vorher unauffällig abzuwischen.

Ich hoffe, diese Tipps helfen beim nächsten Vorstellungsgespräch. Und viel Erfolg bei der Bewerbung!