Beitrag zum IT-Business-Alignment von Gastautorin Wiebke Pauly:

IT-Business-Alignment (ITBA) wird seit mehr als einem Jahrzehnt als kritischer Erfolgsbeitrag zur Business Performance anerkannt. Mit der Umsetzung sieht es aber noch nicht besonders gut aus, circa 70 Prozent aller IT-Projekte scheitern, unter anderem wegen mangelndem IT-Business-Alignment (Iveroth, 2010; Wysocki, 2007). Deshalb habe ich im Rahmen meiner MBA-Arbeit „IT-Business-Alignment Optimisation in large-scale German Enterprises – an Empirical Research“* untersucht, wie man ITBA im Unternehmen verbessern kann und welche Maßnahmen den größten Erfolg versprechen.

Die meisten Studien zu diesem Thema fokussierten sich darauf, welchen Wertbeitrag ITBA leisten kann oder wie man den ITBA-Reifegrad eines Unternehmens messen kann, nicht aber, welche praktischen Maßnahmen deutschen Großunternehmen helfen können, um ihr IT-Business-Alignment (und damit indirekt ihre Business Performance) zu verbessern. Sind einfach mehr Besprechungen nötig zwischen der IT und den Fachbereichen, braucht die IT mehr Einfluss oder bedarf es neuer Regeln?

Kaum zu glauben, aber wahr, die von den Teilnehmern der Studie genannten Maßnahmen sind relativ simpel und wahrscheinlich dementsprechend effektiv. Die wichtigste ist, klare Ziele für Projekte zu definieren. Auch die übrigen Maßnahmen lesen sich ziemlich unspektakulär:

2. Verbesserung des Business-Wissens der IT-Manager. Dazu könnte man beispielsweise ein zeitlich begrenztes Job-Sharing mit Kollegen aus dem Fachbereich oder sogar Job-Rotation einführen.

3. Priorisierung von Projekten anhand ihrer geschäftlichen Bedeutung.

4. Benennung von Ansprechpartnern in der IT für bestimmte Fachbereiche, um den Austausch zu optimieren.

5. Verbesserung des Business-Wissens für IT-Mitarbeiter, beispielsweise durch die Schulung ihres Geschäftsprozess-Wissens, bevor ein Projekt zum jeweiligen Prozess gestartet wird.

Befragt wurde sowohl die IT- als auch die Fachseite, in erster Linie die mittlere bis höhere Führungsebene. CIOs (und CEOs) können die Liste dementsprechend als „Wunschliste“ der jeweils anderen Seite ansehen und sich am besten schnell damit auseinandersetzen.

*= von den 239 Umfrage-Teilnehmern waren 20 % IT-Manager, 16,8 % CIOs, 16,8 % Fachbereichsmanager, 13,7 % Fachbereichsleiter, 12,6 % Fachbereichsmitarbeiter, 8,4 % Vorstandsmitglieder; 8,4 % IT-Mitarbeiter und 3,3 % sonstige Mitarbeiter.