Manchmal geht es schnell: Etablierte Player wie Sony werden plötzlich von Anbietern aus Taiwan und Korea überholt. Das Beispiel zeigt, in wie kurzer Zeit etablierte Unternehmen durch den globalen Wettbewerb unter Druck geraten können, wenn sie nicht sofort auf Veränderungen am Markt reagieren. Dieses Phänomen gibt es nicht nur in der Unterhaltungselektronik, sondern auch in vielen anderen Branchen. Dementsprechend steigt der Druck auf CIOs ihre IT möglichst flexibel aufzustellen. Die Sourcing-Modelle von gestern mit den starren 5 oder 10 Jahre laufenden Outsourcing-Generalunternehmerverträgen stehen dabei inzwischen aber im Weg.

Das zumindest höre ich in letzter Zeit immer häufiger. CIOs klagen darüber, dass sie eigentlich für dieses oder jenes Land einen Spezialisten bräuchten oder dass sie jetzt gern eine neue Technologie einsetzen würden. Das Budget dafür ist aber im Generalvertrag gebunden und der sieht so etwas nicht vor. Was tun?

Nach dem Motto „beim nächsten Mal wird alles anders“ reifen die Überlegungen im Unternehmen, doch wieder auf das Best-of-Breed-Modell zu setzen und für jeden Outsourcing-Bereich den Meister seines Faches zu engagieren. Der Nachteil ist natürlich, dass damit der Aufwand für die IT-Abteilung enorm steigt: Gab es vorher nur eine Rechnung, ein Reporting-System und eine Handvoll Ansprechpartner, werden es jetzt deutlich mehr. Jeder Dienstleister will betreut werden und die Services müssen sauber ineinander greifen und koordiniert ablaufen, damit das Endergebnis stimmt.

Diesen Aufwand wollen sich nur wenige Unternehmen aufbürden. Im Idealfall soll das Outsourcing ja möglichst geräuschlos laufen, denn schließlich muss sich die IT-Abteilung auch noch Gedanken über Neu- und Weiterentwicklungen machen. Wie wäre es also, wenn man den Best-of-Breed-Ansatz verfolgt, die einzelnen Dienstleister aber von einem Partner managen lässt, der selbst viel Erfahrung in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern und der Dienstleistersteuerung hat?

Er würde die verschiedenen Parteien koordinieren, für ein einheitliches Reporting sorgen sowie die Vertragserfüllung und die Rechnungen überprüfen. Der Vorteil wäre, dass man nicht 5 oder 10 Jahre mit (fast) allem, was man hat, an einen einzigen Provider gebunden ist und im Notfall auch den einen oder anderen Partner austauschen könnte, wenn es nicht rund läuft.

Solche oder ähnliche Überlegungen tragen Kunden in letzter Zeit immer häufiger an uns heran. Es scheint also Bedarf zu geben, das herkömmliche Outsourcing-Modell weiterzuentwickeln. Vielleicht zum Outsourcing 3.0?