Einführung

Für 72% aller CIOs steht das Vorantreiben der Digitalisierung ganz oben auf Ihrer Agenda. Das bestätigt unsere aktuelle Capgemini IT Trend Studie 2018. Weiterhin sind auch die Entwicklung neuer, innovativer IT Produkte und Services (33%), die Erhöhung der Kundenzufriedenheit (31%) sowie die Ausrichtung der IT Organisation auf ein höheres Maß an Agilität und Flexibilität (31%) wichtig. Die Bedeutung klassischer Themenfelder wie Effizienzerhöhung und Datensicherheit ist zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, mit jeweils 30% bleiben sie jedoch immer noch von hoher Relevanz.

CIOs und Top-IT-Führungskräfte sind demnach maßgeblich verantwortlich, wenn es um die Digitalisierung des Unternehmens geht. Sie müssen sicherstellen, dass die IT so aufgestellt ist, dass sie stetig die Digitalisierung des Unternehmens vorantreibt.

In diesem Spannungsfeld zwischen digitalen Fragestellungen auf der einen und kontinuierlicher Effizienzverbesserung auf der anderen Seite, ergeben sich für CIOs im digitalen Zeitalter vier wesentliche Herausforderungen.

Four key challenges for CIO in the Digital AgeStark steigendes Anforderungsvolumen

Die erste Herausforderung stellt das stark steigende Anforderungsvolumen aus dem Business dar. Die steigenden Anforderungen aus den Fachbereichen manifestieren sich in zwei Dimensionen: Zeit und Komplexität. Heutzutage ist die Time-to-market geschäftskritisch, da auf sich immer schneller ändernde Marktgegebenheiten reagiert werden muss. Durch die drastisch verkürzten Zyklen, in denen Lösungen in die IT-Landschaft integriert werden müssen, spielt IT-Agilität eine immer wichtigere Rolle. 50% der von uns untersuchten Unternehmen haben das Ziel, mindestens einmal im Monat ein neues Release zu veröffentlichen. Allerdings sind – Stand heute – agile Methoden in der Softwareentwicklung und im Projektmanagement nur knapp in jedem vierten Unternehmen etabliert.

Neben der Zeitkritikalität stellt die Komplexität eine weitere Anforderungsdimension dar. Die stetig steigende technologische Durchdringung und Automatisierung („digitale Ubiquität“) und die immer höhere Nachfrage nach individuellen Kundenlösungen resultiert ein enormes Anforderungsvolumen in der IT. Die Bewältigung erfordert ein vollkommen neues, skalierbares Betriebsmodell der IT, welches agile Methoden, Automatisierung in Entwicklung und Betrieb als auch ein neues Modell bei der Zusammenarbeit mit externen Partner erfordert.

Treiber der digitalen Transformation

Keine Digitalisierung ohne eine digitale IT! Die IT ist der wesentliche Treiber für die Umsetzung von digitalen Lösungen und Services. Deshalb haben laut unserer IT Trend Studie 2018 mittlerweile 72% aller CIOs den Auftrag, die Digitalisierung voranzutreiben. Aus unserer Sicht muss die IT dabei drei Gestaltungsformen annehmen können: Treiber innerhalb des Innovationsprozesses, proaktiver Business Partner sowie industrialisierter IT-Service Provider, der eine kosteneffiziente skalierbare Delivery sicherstellt. Beispiel sind die IT-innitiierte Innovation von neuen, Technologie-getriebenen Produkten oder Services (bspw. Chat-Bot Einsatz im Kundenservice, AI-basierte Beurteilungsprozesse), Differenzierung durch agile Abbildung von neuen Marktanforderungen im CRM oder cloudbasierte Bereitstellung von sicheren und skalierbaren Lösungen für Backend-Prozesse. Jedes der drei Modelle stellt völlig neue Anforderungen an die IT. Eindimensionale Paradigmen wie „Plan / build / run“ (vs. „innovate / design / transform“) oder „Demand / Supply“ (vs. „Co-location“) werden den Anforderungen der digitalen Transformation nicht mehr gerecht.

Disruptive Kompetenzveränderungen

Der rasante technologische Wandel bewirkt veränderte und gänzlich neue Anforderungsprofile für die IT. Der Trend geht stark in Richtung digitale und agile Skills, wie beispielsweise Data Analytics, Machine Learning, Scrum, UX Design oder Design Thinking. Klassische IT-Infrastrukturaufgaben werden weitestgehend über Cloud-Dienste automatisiert.

Die Definition von Kompetenzprofilen ist jedoch nur der erste Schritt. Die dynamische Entwicklung der Trends und Technologien erfordert bei den Mitarbeitern völlig neue Ansätze zur Fähigkeitsentwicklung. Diese müssen mitarbeiter-getrieben und eng in den Arbeitsalltag integriert sein sowie Selbstlernmöglichkeiten beinhalten.

Auf einem kompetitiven Arbeitsmarkt ist es wichtig, die Attraktivität des eigenen Unternehmens gegenüber dem Wettbewerb aufzuzeigen und attraktive Arbeitsbedingungen für Millennials, die Generationen Y und Z sowie Technologieexperten (bspw. dedizierte Karrieremodelle) zu schaffen. Um sich im Wettbewerb abzuheben und die Sichtbarkeit zu erhöhen, sind neue Recruitingformate notwendig, wie beispielsweise Hackathons und „Young Professional“ Events.

Um die angesprochenen Zielgruppen zu erreichen, bedarf es Veränderungen hinsichtlich der Kultur sowie Arbeitsweisen des Unternehmens. Der Trend geht hin zur Schaffung flacher Hierarchien, Etablierung einer Fehlerkultur, Förderung der interdisziplinären Kollaboration über traditionelle Abteilungsgrenzen hinweg sowie die Schaffung attraktiver offener Arbeitsumgebungen. Mögliche Ansätze können beispielsweise das Einrichten von unternehmensweiten Austauschprogrammen oder die Umsetzung von gezielten Maßnahmen zur Befähigung von Mitarbeitern hinsichtlich „Intrapreneurship“ (Unternehmertum im Unternehmen) sein. Solche Maßnahmen können neue Perspektiven schaffen und die Motivation der Mitarbeiter erhöhen.

Kontinuierlicher Kostendruck

Trotz der hohen Anforderungen, stehen CIOs weiterhin unter Kostendruck. Laut unserer Studie blicken mehr als die Hälfte aller CIOs auf stagnierende oder gar sinkende IT-Budgets. Die notwendigen Ressourcen, um durch Prozessautomatisierung, -digitalisierung, und -innovation kompetitiver und effizienter Treiber des Business zu sein, müssen weitestgehend durch IT-Kosteneffizienz selbst realisiert werden. Dafür ist es unerlässlich, Transparenz über die IT-Kosten sowie IT-Wertschöpfung (zum Beispiel Value add durch Prozessdigitalisierung) herzustellen. Digital befähigte IT-Organisationen erhöhen stetig den „grow-and-transform“ Anteil der IT-Ausgaben gegenüber den notwendigen „keeps-the-lights-on“ Budgets im IT-Betrieb.

Fazit

Die aktuellen Kern-Herausforderungen für CIOs erfordern eine Neuaufstellung der IT. In allen IT-Bereichen müssen neue Fähigkeiten entwickelt werden, um als Innovations- und Digitalisierungstreiber bei gleichzeitiger Kosteneffizienz zu agieren. Die Auswirkungen betreffen IT Vision, Betriebsmodell, Organisation, Kultur und Architektur. Dieser IT-Fähigkeitenwandel ist kritisch und notwendig für das Unternehmen als Ganzes, um in der digitalen Transformation zu bestehen und Wettbewerbsvorteile zu erreichen. Die IT muss sich daher in vielen Bereichen neu erfinden und die notwendigen Veränderungen vorantreiben.

Informationen wie andere Unternehmen diese Herausforderungen angegangen sind, werden wir im weiteren Verlauf dieser Blogserie betrachten. Weiterführende Informationen sowie Success Stories finden Sie auf unserer Website.