Trotz des zunehmenden Verständnisses¹, dass People Analytics (PA) wichtig für die Unternehmensentwicklung sind, werden häufig Vorbehalte hinsichtlich der Integration von PA ins Unternehmen genannt. Sei es fehlendes Wissen um Analysemethoden oder gesetzliche Rahmenbedingungen – Vorbehalte gibt es genügend. Dabei scheint allein schon die Verbindung der Worte „Daten“ und „Mitarbeiter“ viele Mythen zu beflügeln und Unternehmen davon abzuhalten, People Analytics einzuführen.

Gemeinsam mit unserem Partner function(HR) betrachten wir Hinderungsgründe von PA-Projekten und gehen den damit verbundenen Mythen auf den Grund. Zudem zeigen wir mögliche Wege auf, wie Unternehmen mit den Mythen umgehen können, um erfolgreich mit PA zu starten.

Mythos 1 „People Analytics sind doch nicht mit dem Betriebsrat kompatibel.“

Einer der häufigsten Vorbehalte gegenüber PA ist, dass die Zustimmung des Betriebsrates zur Nutzung mitarbeiterbezogener Daten nur schwer erlangt wird. Dabei bieten PA-Projekte viele Chancen, die insbesondere für Arbeitnehmer und deren Vertreter interessant sind.

Lösung für Mythos 1: Einbindung des Betriebsrats

PA-Projekte können klare Ansatzpunkte für die Verbesserung von Arbeitsplätzen und die Umsetzung attraktiver Personalmaßnahmen liefern – ein positiver Aspekt, der auch im Interesse der Mitbestimmung liegt. Zudem beinhalten PA-Projekte nicht automatisch die Verarbeitung personenbezogener Datensätze und stellen damit keine grundsätzliche Gefahr für den Schutz persönlicher Daten dar. Vielmehr geht es häufig um die aggregierte Ableitung von Trends und Durchschnittswerten. Um Vorbehalten von vornherein zu begegnen, empfiehlt es sich außerdem jedes PA-Projekt nach den Bedürfnissen der Nutzer und Mitarbeiter zu gestalten. Damit dies gelingen kann, integrieren wir zum Beispiel Unternehmensvertreter aus den Fachbereichen sowie den Betriebsrat in unseren PA Business Workshop. Der gemeinsame Dialog hilft dabei, ein transparentes und klares Ziel für die Auswertung sorgfältig ausgewählter Daten zu definieren und den Weg für einen erfolgreichen Start von PA Projekten im Unternehmen zu ebnen.

Mythos 2 „Meine Datenqualität ist viel zu schlecht für People Analytics.“

Ein weiterer Mythos rankt sich um die verfügbare Datenqualität. Viele Unternehmensvertreter befürchten, keine geeignete Datenbasis bereitstellen zu können und hegen dadurch Vorbehalte mit PA-Projekten zu starten. Doch dafür gibt es Lösungen! Vor jedem Start von PA sollten verfügbare Datensets im Unternehmen auf ihre Qualität überprüft werden.

Lösung für Mythos 2: Bewertung der Datenqualität

Zu empfehlen ist, bestimmte Qualitätskriterien zur Prüfung festzulegen bspw. hinsichtlich der Datenstruktur. Nach Überprüfung der Daten sollten Qualitätsrisiken benannt und mögliche Auswirkungen auf Analyseergebnisse betrachtet werden. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, sollten im Umkehrschluss nur Datensets in die Analyse integriert werden, die auch die festgelegten Kriterien erfüllen. Falls Sie selbst einen ersten Einblick in die Überprüfung der Qualitätskriterien für People Analytics erhalten möchten, empfehlen wir unseren People Analytics Readiness Check (PARC). PARC ist ein kostenloses, onlinebasiertes Tool, das entwickelt wurde, um Unternehmen eine Orientierungshilfe zur Einführung oder Weiterentwicklung von PA zu geben und eine Bewertung des eigenen Reifegrads für PA anhand dreier Dimensionen beinhaltet: Qualität der Datenbasis, Umfang der Datenanalyse und organisationaler Rahmen der PA-Themen im Unternehmen.

Mythos 3 „Meine IT-Landschaft besteht nur aus einzelnen, inkompatiblen Lösungen und eignet sich daher nicht für People Analytics.“

Des Weiteren wird eine segmentierte IT-Landschaft als Hinderungsgrund für PA-Themen empfunden. Doch auch hier gilt: Klein anfangen und sich auf das Wesentliche konzentrieren! Unser Vorschlag zur Lösung dieses Vorbehalts ist es, PA-Projekte zuerst mit einer geschäftsrelevanten Frage zu starten, die es durch Analyseverfahren zu beantworten gilt.

Lösung für Mythos 3: Start mit notwendigen Datensets

Dabei ist es vorerst ausreichend, sich auf verfügbare Lösungen zu konzentrieren und mit dem kleinstmöglichen, verfügbaren Datenpool zu starten, der zur Beantwortung der Kernfrage notwendig ist. Diese Vorgehensweise ermöglicht es Ihnen in relativ kurzer Zeit bereits erste Erkenntnisse aus der Analyse der Daten zu gewinnen und die Datenintegration mit der Zeit aufzubauen. Zugleich erfüllt man das Gebot der Datensparsamkeit, das im Rahmen des Datenschutzes relevant wird.

Ob es der gemeinsame Dialog mit relevanten Interessensgruppen oder der Analysestart in kleinen Schritten ist, es gibt Wege die Mythen zu überwinden. Wenn Sie jetzt mit People Analytics Projekten starten, können Sie schon bald erste Ergebnisse generieren und zukunftsfähige Erkenntnisse für Ihr Unternehmen gewinnen. Ein Anreiz mehr, die Mythen zu überwinden und die spannende Weiterentwicklung von People Analytics aktiv mitzugestalten!

Sie wollen mehr erfahren zu People Analytics? Dann finden Sie alle relevanten Informationen hier. Kontaktieren Sie uns gerne bei Fragen zu unseren Workshops.

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¹https://www.capgemini.com/consulting-de/resources/the-future-role-of-hr/;
https://www.capgemini.com/consulting-de/2018/05/wo-stehen-wir-bei-people-analytics/