Durch kontinuierliche technologische Veränderungen, rapide Shifts von Kundenbedürfnissen und eine verschärfte Wettbewerbssituation müssen sich Unternehmen neuen Bedingungen flexibel anpassen. Dies gelingt durch den Launch digitaler Transformationsprogramme, welche disruptive Veränderungen im Unternehmen vorantreiben.

Welche Herausforderungen haben Unternehmen durch Digitalisierung?

Durch neue Technologien wie Cloud, IoT, Blockchain oder AI verändern sich die Möglichkeiten der Datenerfassung und Verarbeitung, mehr Daten werden gesammelt und die Komplexität von Systemen steigt.

Durch niedrigere Marktbarrieren und das zunehmende Verschwimmen von Industriegrenzen intensiviert sich der Wettbewerb. Zum Beispiel ermöglicht die zunehmende digitale Vernetzung in der Automobilindustrie neue Geschäftsmodelle, bei denen neue Wettbewerber aus Nicht-Automobil-Industrien mit traditionellen Automobilherstellern direkt um Marktanteile konkurrieren.

Eine weitere Herausforderung stellen wachsende Kundenerwartungen hinsichtlich Innovationsgeschwindigkeit und digitalen Produkten dar.

Wie reagieren Unternehmen auf disruptive Veränderungen?

Organisationen, die große Transformationsprogramme steuern, orientieren sich zumeist an erprobten Programmmanagementstrukturen, wobei oftmals verschiedene Projektansätze kombiniert werden.

Durch die rasante Entwicklung neuer Technologien kämpfen jedoch mehr als die Hälfte aller Projekte mit unkontrollierten Erweiterungen von Projektumfängen und sich stetig ändernden Rahmenbedingungen. Um Reaktionszeiten zu kürzen, werden Programme zunehmend zeitgleich gesteuert und agile Konzepte integriert. Während der Druck wächst, die Entwicklungs- und Release Geschwindigkeit zu steigern, um schnellstmöglich Ergebnisse zu erzielen, verstärken sich funktionale, organisatorische und zeitliche Abhängigkeiten von Projekten innerhalb, sowie zwischen Transformationsprogrammen.

Wie können Programme im Zeitalter der Digitalisierung effektiver gesteuert werden?

Agile Praktiken

Um auf externe Veränderungen frühzeitig reagieren zu können, sollten je nach Programmumfang und Fokus agile Praktiken wie Design Thinking oder DevOps flexibel angewandt und auf traditionelle Managementansätze abgestimmt werden. Hierdurch wird die Kollaboration zwischen interdisziplinären Teams gefördert, neue Anforderungen werden frühzeitig berücksichtigt, Ressourcen können flexibler und effektiver genutzt werden und Projektumfänge lassen sich durch regelmäßige Sprints kontrollierter steuern. Durch eine erhöhte Flexibilität können Firmen Kundenfeedback frühzeitig integrieren, Freigabezyklen verkürzen und bereits nach kurzer Zeit einen ersten Nutzen erzielen.

Einbindung des externen Ökosystems

Um Kundenerwartungen zu erfüllen und um sich von Wettbewerbern zu differenzieren, müssen traditionelle Programmmanagementstrukturen zur Steigerung des Innovationstempos und der Integration digitaler Tools aufgebrochen werden.  Da die Grenzen zwischen Unternehmen und ihrem Umfeld zunehmend verschwimmen, sollten Programmmanager neben internen Ideen auch externe Ideen bei der Entwicklung neuer Technologien und der strategischen Ausrichtung ihrer Projekte in Betracht ziehen. Dies gelingt durch kollaborative Ansätze wie Open Innovation, wobei Organisationen Zugang zu externen Gemeinschaften wie bspw. kreativen Verbrauchern oder innovativen Start-Ups erhalten. Darüber hinaus können interne Projektteams, flexibler als bisher, kurzfristig nach Bedarf um externe Dienstleister erweitert werden, um Kapazitäten oder benötigte Fähigkeiten zu ergänzen.

Erweiterung von Fähigkeiten

Um die Auswirkungen der digitalen Transformation für sich zu nutzen, müssen Unternehmen ein besseres Verständnis dafür entwickeln, welche Technologien neue Möglichkeiten für das Programmmanagement bieten und wie diese zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen können. Ein Beispiel hierfür ist die nachhaltige Veränderung der Arbeitsweise durch Automatisierung. Während die Effizienz standardisierter Prozessabläufe durch den Einsatz intelligenter Maschinen gesteigert werden kann, fokussieren sich Mitarbeiterfähigkeiten künftig auf Kreativität, Entrepreneurship und ICT-Skills um komplexe Problemstellungen mit Hilfe digitaler Tools lösen zu können. Als Bindeglied zwischen Business und IT spielen Programmanager hierbei eine immer wichtigere Rolle.

An diesen Beispielen zeigt sich, dass traditionelles Programmmanagement künftig nicht mehr genügt, denn Digitalisierung verändert nicht nur Organisationsstrukturen, Prozesse und unsere Art zu arbeiten, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten der Arbeit in komplexen Transformationsprogrammen über Organisationsgrenzen hinweg, welche durch neue, digitale Ansätze und Methoden im Programmmanagement genutzt werden können.