„Beacon plus“ – als Antwort auf die bisher gescheiterten Versuche

Mit der provokanten Frage „Ist der König also bereits tot?“ wurde die Blogserie gestartet. In diesem Zusammenhang wurde der aktuelle Stand der Beacon Technologie kritisch beleuchtet und es wurde aufgezeigt, dass sie neben Potenzial bei der Veränderung der Kundeninteraktion und der Datensammlung auch einige Schwachstellen, insbesondere technischer Natur, hat. Zudem konnten vier Anwendungsfälle für die Beacon Technologie identifiziert werden (Ortsbasierte Nachrichten, Navigationsservices, personalisiertes Erlebnis und Datenerfassung), welche sowohl Kunden als auch Unternehmen einen Mehrwert bieten können – mit der Empfehlung die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung von Beacon vorab gründlich zu durchleuchten und ggf. Anpassungen vorzunehmen.

Die Beacon Technologie hat es in den letzten fünf Jahren nicht alleine geschafft sich für die identifizierten Anwendungsfälle im Bereich Location Based Services (LBS) am deutschen Markt zu platzieren. Bisher hat aber auch keine andere LBS-Technologie wie z.B. WLAN, GPS, Visible Light Communication (VLC) oder Ultraschall in diesem Zusammenhang eine relevante Marktdurchdringung erreichen können. Und obwohl jeder dieser Technologien ihre Stärken hat und sich diese teilweise sehr gut ergänzen, hat es bisher keinen Zusammenschluss der Technologien gegeben, um die Kundeninteraktion ausschlaggebend zu verändern. Bei der genaueren Betrachtung der Beacon Technologie wurde aber deutlich, dass insbesondere mittels einer Kombination mit anderen Technologien und zusätzlich ermöglichten Mehrwerten eine langfristig erfolgreiche Umsetzung und Marktplatzierung für die Beacon Technologie möglich ist.

Die Suche geht los!

Bei der Suche nach einer möglichen Ausbaustufe sind innovative Technologien relevant, die die „offline Kundeninteraktion“ verändern können. Neben den LBS-Technologien wie WLAN, GPS, VLC und Ultraschall soll auch die immersive Technologie Augmented Reality (AR), die durch ihre Visualisierungsmöglichkeiten das Kundenerlebnis stark verändern kann, aufgezählt werden. Doch welche Möglichkeiten bieten diese Technologien und inwiefern können Sie basierend auf ihren Stärken als Ausbaustufe von Beacon genutzt werden?

Basierend auf den Stärken der Technologien können Kombinationsmöglichkeiten mit Beacon abgeleitet werden. Damit bei der Auswahl der Kombinationstechnologien nicht auf das falsche Pferd gesetzt wird, ist eine Betrachtung der Zukunftsfähigkeit und des möglichen Mehrwerts basierend auf den Schwächen (im Vergleich zu Beacon) nicht zu vergessen: Wichtig ist bei der Zukunftsfähigkeit die Anwendungsbreite (Potenzial für weitere Use Cases) und der technologische Reifegrad (Weiterentwicklungspotenzial, Zuverlässigkeit). Bei Einordnung des Mehrwertes ist die Akzeptanz der Kunden (Nutzen, Imagewirkung) und die Kompatibilität (mit anderen Technologien und Endgeräten) ausschlaggebend.

Aufgrund der Ergänzungsmöglichkeiten zu Beacon und der zusätzlich positiven Einschätzung von Mehrwert und Zukunftsfähigkeit, können die Technologien Geofencing, VLC und AR als Kombinationsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden.

Eine mögliche Ausbaustufe von Beacon ist identifiziert!

Am Beispiel des im 2. Artikel beschriebenen Anwendungsfalls „Personalisiertes Erlebnis“ kann aufgezeigt werden, welche Veränderung an der Customer Journey durch die Kombination der Technologien möglich sein kann. Diese kann beispielhaft an einem Restaurantbesuch in einem Shopping-Center aufgezeigt werden:

Die beispielhafte Customer Journey zeigt, dass die Interaktion mit dem Kunden schon vor Betreten des Gebäudes beginnen kann und sich durch den Einsatz der verschiedenen Technologien deutlich verändert. Zudem wird durch den zielgerichteten Einsatz der Technologien möglich, dass der Kunde tatsächlich bei jedem Kontaktpunkt neue persönliche Mehrwerte erhalten kann. Die Gesamtheit der Mehrwerte unterstützen die Kaufentscheidung und ermöglichen darüber hinaus eine Verstärkung der Kundenbindung. Beides kann in diesem Umfang die Beacon Technologie alleine nicht erreichen, kann jedoch weiterhin einen Beitrag leisten.

What’s next?

Beacon hat Potenzial! Und das sowohl für Kunden als auch für Unternehmen: der Kunde kann relevante, personalisierte und ortsabhängige Informationen erhalten. Die Unternehmen können dabei die elementaren Kundendaten einsammeln und verarbeiten. Wichtig dabei ist jedoch das volle Potenzial der Technologien auszuschöpfen und tatsächliche Mehrwerte, die einen gefragten Nutzen stiften, für den Kunden zu ermöglichen. Aus diesem Grund ist bei der Betrachtung der Beacon Technologie einerseits die Analyse der Stärken und Schwächen und die möglichen Use Cases inklusiver der Zielgruppen notwendig. Andererseits darf nicht vergessen werden, dass insbesondere durch „Pimp your Beacons“, Beacon eine Chance haben, sich auf dem Markt als Location Based Service zu entfalten und die Kundeninteraktion entscheidend zu verändern! Wichtig dabei ist die Bewertung der zu kombinierenden Technologie in Abhängigkeit des jeweilig angestrebten Anwendungsfalls. Ob sich die Beacon Technologie somit endlich am Markt behaupten kann, wird davon abhängen sein, ob Unternehmen die richtigen nächsten Schritte gehen werden – dies wird in Deutschland jedoch bestimmt noch einige Zeit dauern.

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Zu den anderen Artikeln unserer Blogserie:

Blog 1: Beacons in stationären Geschäften – der König ist tot, lang lebe der König!

Blog 2: Beacons – die „Cookies des stationären Geschäfts“

Blog 3: Beacons – Wann und für wen sie tatsächlich Sinn machen