In unserem zweiten Blog Post beantworten wir die Frage, welchen Einfluss die Governance auf das Betriebsmodell (engl. Operating Model) und somit auf den Unternehmenserfolg hat (siehe unsere aktuelle Studie „Agility + Congruency = Healthy Operating Model“). Im Fokus steht dabei die Erkenntnis, dass Governance Modelle kontinuierlich unter Berücksichtigung externer Markt- und Wettbewerbsbedingungen sowie interner organisatorischer Maßnahmen angepasst werden müssen. Dies erfordert Agilität, eine ganzheitliche Betrachtungsweise, aber auch das Committment klare strategische Trade-Offs zu treffen.

 

Wenn die Governance Ihr Unternehmen ausbremst

Governance bezeichnet die Grundsätze, Leitinien und Regeln für die Steuerung und Entscheidungsfindung. Das richtige Governance Modell ist daher eine zentrale Stellschraube, die Einfluss auf den Unternehmenserfolg hat. Als Bestandteil im Betriebsmodell bestimmt es bspw. in welchen Gremien, wie schnell und in welcher Qualität Führungsentscheidungen getroffen und umgesetzt werden.
Buzzwords wie „Digitalization“ und „Future Work“ sind längst keine Modetrends mehr, sondern prägen Unternehmen mehr denn je. Sie zwingen Unternehmen ihre Governance kontinuierlich und zielgerichtet zu hinterfragen.
Kommen Ihnen langwierige Entscheidungswege, bürokratische Entscheidungsgremien, sowie unklare Rollen und Verantwortlichkeiten bekannt vor? Dann sollten Sie jetzt handeln!

Operativer Aktionismus – danke nein!

Wer kennt es nicht – werden Probleme erstmal transparent, neigt der eine oder andere Entscheidungsträger in operativen Aktionismus zu verfallen. Um den aktuellen Herausforderungen nach Flexibilität und Geschwindigkeit gerecht zu werden, ist es nicht zielführend Dimensionen der Governance separat zu betrachten, vielmehr müssen diese unter Einbeziehung der anderen Bestandteile des Betriebsmodells im Gesamtmodell optimiert werden. Konkret sollten Sie folgende Komponenten des Governance Modells aufeinander abstimmen:

  1. Legen Sie Ihre Grundsätze und Leitlinien fest! (Grundsätze)
    Diskutieren Sie die Anforderungen, die Sie an Ihr zukünftiges Governance Modell stellen. Die Grundlage dafür bilden die Unternehmensstrategie sowie -ziele. Hinterfragen Sie die klassischen Bestandteile der Unternehmensführung wie bspw. Autorität, Zusammenarbeit und Standardisierung und stimmen Sie diese auf Ihre Grundsätze und Leitlinien ab. Verständigen Sie sich auf den Ist- und angestrebten Soll-Zustand Ihres individuellen Governance Modells.
  2. Bestimmen Sie Verantwortlichkeiten basierend auf der Organisationsstruktur! (Struktur & Rollen)
    Stellen Sie zunächst sicher, dass die übergeordnete Organisationsstruktur, welche aus obigen Grundsätzen und Leitlinien folgt, abgestimmt und dokumentiert ist. Verständigen Sie sich anschließend auf die Detail-Komponenten Ihres Governance Modells. Legen Sie dazu Ihre Organisationsstruktur zu Grunde und verteilen dann die strategische, finanzielle und operative Verantwortung Ihrer Organisationseinheiten.
  3. Bauen Sie Entscheidungskörper auf! (Entscheidungsgremien)
    Spezifizieren Sie Rollen und Verantwortlichkeiten für ein oder mehrere Themen. Verteilen Sie Ermächtigungen zur Planung und Kontrolle. Definieren Sie die Interdependenzen zwischen Entscheidungskörpern, Entscheidungsumfang und -modus. Hierbei gilt die Faustregel: So wenig Entscheidungsgremien wie möglich, so viele wie nötig.
  4. Verankern Sie detaillierte Planungs- und Kontrollmechanismen! (Steuerungsmechanismen)
    Machen Sie Verantwortlichkeiten, Freigabe- und Genehmigungsprozesse transparent. Stimmen Sie Ihre Planungs- und Reportingprozesse ab. Definieren Sie Werkzeuge und Formate, die Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung unterstützen.

 

 

Damit ein Governance Modell agil ist und bleibt, müssen Grundsätze, Strukturen sowie Entscheidungsgremien und -mechanismen etabliert und gelebt werden. Die bewusste Entscheidung der kontinuierlichen Veränderung erfordert dabei das Commitment strategischer Trade-Offs und setzt Change Management Maßnahmen voraus. Denn als Folge unserer sich immer schneller verändernden Welt, ist es nicht damit getan die Governance Struktur einmalig zu definieren. Vielmehr bedarf es deren regelmäßiger Überprüfung und ggf. Anpassung, um den Unternehmenserfolg langfristig sicherzustellen.

Letzteres gilt nicht nur für die Governance Struktur an sich sondern auch für das damit zusammenhängende Thema der „Key Performance Indicators“. Der nächste Blog Post unserer Serie widmet sich daher diesem Thema. Seien Sie gespannt!