Aus dem Leben eines Automotive-IT-Consultants

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IT-Projekte in der Automobilindustrie gestalten sich oft komplex und sind im Allgemeinen längerfristig bis zu mehreren Jahren angelegt.

So kann man also richtig tief in den Projektkontext eintauchen. Dies bedeutet aber nicht, dass wir die Projekte nicht wechseln können! Mein aktuelles Projekt zählt auch eher zu den längerfristigen. Es handelt sich um eine Individualsoftware, welche ein gezieltes Reporting von Qualitätskennzahlen ermöglicht. Die Software wurde vor einigen Jahren speziell für den Kunden erstellt und wird seitdem immer weiterentwickelt.

Früher hätte ich mir gedacht, dass eine Software, welche Daten sammelt und in bunten Bildern darstellt, eigentlich nicht so kompliziert sein kann. Der Teufel steckt aber wie immer im Detail. Die Systemlandschaften von Automobilherstellern sind riesig, die Anforderungen sehr individuell und die Systeme stark miteinander vernetzt. Auch unsere Reporting-Software funktioniert nicht autark. Die Daten werden nicht nur über verschiedene Schnittstellen ins System geladen, sondern auch wieder an mehrere Abnehmer-Systeme weitergeleitet. Derzeit sind wir damit beschäftigt, Systeme aus China neu anzubinden, um deren Daten in unsere bestehende Anwendung integrieren zu können. Somit stehen wir nicht nur in enger Abstimmung mit den Zuliefersystemen, sondern müssen auch sicherstellen, dass die neuen Werte von unseren Abnehmersystemen korrekt verarbeitet werden können. Es ist sehr spannend mit anzusehen, wie durch die neuen Daten noch exaktere Auswertungen und Analysen zur Qualität von Fahrzeugen durchgeführt werden können. Dank dieser Zahlen werden Fahrzeugprobleme leichter erkannt und es ist möglich, die Produktion von neuen PKWs sofort zu optimieren.

Um dieses System weiterzuentwickeln, sind wir derzeit zehn Teammitglieder. Bei dieser Größe ist ein Team meistens rollenbasiert aufgestellt: Neben unserem Projektleiter gibt es Datenbank-Entwickler, Java-Entwickler und Requirements-Engineers, zu welchen ich zähle. In meiner Rolle verbringe ich ca. 1-2 Tage beim Kunden vor Ort. Dies genügt, um Anforderungen aufzunehmen,  Workshops durchzuführen, mit dem Kunden Ideen zu entwickeln, den aktuellen Projektstatus zu besprechen oder gemeinsam neue Teile der Software zu testen. Die Zeit in der Niederlassung verbringe ich damit, die Anforderungen in Ruhe tiefer zu analysieren, mich mit den Entwicklern abzustimmen, die Machbarkeit zu prüfen, Abhängigkeiten zu anderen Systemen zu dokumentieren, grobe Aufwandsschätzungen zu treffen oder in Fachkonzepten den Soll-Stand  für das nächste Release zu beschreiben.

Die Zusammenarbeit mit dem Kunden macht mir sehr viel Spaß, ebenso wie meine Rolle in den kreativen, frühen Phasen eines jeden Releases und somit freue ich mich schon auf die nächsten Erweiterungen des Systems.

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