Noch mehr wissen!

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Kurz zu mir: ich bin Student, seit März bei Capgemini als Werkstudent unterwegs und ehrlich gesagt wusste ich nicht so richtig, was mich erwarten würde.

„Erst einmal schön Protokolle schreiben!“, „Am Anfang darfst du sicher nur langweilige Sachen machen, wie immer!“ und viele weitere motivierende Meinungen kamen mir zu Ohren. Dafür nochmals vielen Dank!

Ich kann euch aber sagen: nichts davon ist eingetreten. Von Anfang an arbeitete ich als Architekt direkt mit einem unserer Chefarchitekten zusammen. Ihr habt richtig gehört, als Architekt. Nur bauen wir keine Häuser, sondern beschäftigen uns mit dem Konzipieren von Unternehmensarchitekturen, d. h. wie kommt man von seinen strategischen Zielen über Geschäftsprozesse und Anwendungssysteme hin zu den zugehörigen IT-Systemen und Infrastrukturen – also der Architektur eines Unternehmens (Enterprise Architecture). Das hat mich wirklich begeistert und zudem habe ich die Möglichkeit, in viele unserer großen Projekte hineinzuschauen. Doch lernt man so etwas an der Uni? Nein. Wenn man Glück hat, wird es ab und zu angesprochen, aber das war es dann auch schon. Das wirkliche Gestalten von Unternehmensarchitekturen fehlt.

So kam es, dass an einem wunderschönen und sonnigen Berliner Morgen mein Chef zu mir meinte, dass ich TOGAF lernen soll, da ich jetzt ja als Architekt arbeite. TOGAF? – ja, genau: TOGAF. Und nein, bei TOGAF handelt es sich um keine Kampfsportart und nein, auch nicht um eine olympische Disziplin. TOGAF – The Open Group Architecture Framework –  ist ein Enterprise Architecture Framework und gehört zu den vier verbreitetsten weltweit. Es hilft dabei, ein gemeinsames Verständnis aufzubauen, und stellt eine methodologische Vorgehensweise bereit, um eine Unternehmensarchitektur zu entwickeln.

Bereits kurze Zeit später saß ich im ersten TOGAF-Training, zusammen mit 20 anderen Unternehmensarchitekten von Capgemini. Geführt und gemanagt wurde das Training auch von vier unserer Architekten, sodass im Gegensatz zu „öffentlichen“ Schulungen eine sehr angenehme, interne Atmosphäre entstand. Jede Woche kamen wir als Trainingsgruppe zusammen und so wurde uns über zehn Wochen hinweg das TOGAF Framework näher gebracht.  Dabei standen nicht nur die theoretischen Grundlagen (die natürlich auch dazugehören), sondern vielmehr auch die Erfahrungen und echten Beispiele bzw. Anwendungsfälle von TOGAF im Vordergrund. Gerade für mich als (Werk-)Student waren diese Erfahrungen unserer Architekten, die bereits mehrere Jahre als solche unterwegs sind, sehr spannend. Hinzu kamen herausfordernde Testfragen und eigens zu bearbeitende Aufgaben. Am Ende wartete auf uns die Zertifizierung – TOGAF 9.1 Certified Level.

Was möchte ich euch damit eigentlich sagen? Zum einen gibt es natürlich viele Dinge, die man während seines Studiums lernt und beigebracht bekommt, aber genauso gibt es auch eine Menge an Wissen und Erfahrungen, welche einem das Studium nicht vermittelt. Gerade das praktische Wissen kommt im universitären Umfeld zu kurz. Diese realitätsnäheren Erfahrungen, die ihr als Werkstudent oder auch Praktikant macht, werden euch noch einmal einen ganz anderen Blickwinkel geben. Einen viel bedeutsameren Blickwinkel. Wenn das dann zu einer solchen Zertifizierung führt, ist dies die schönste Bestätigung, dass man die richtige Entscheidung getroffen hat.

PS: Und ja, alle von uns Architekten haben die Zertifizierung bestanden. Das nenne ich mal eine gute Quote… oder einfach gute Trainer!

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