Zukunftsfähigkeit der Produktion mit mehr Nachhaltigkeit sichern

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Produzierende Unternehmen werden von ihren Kunden und der Politik zunehmend damit konfrontiert, ihren Beitrag zur Entschleunigung des Klimawandels durch eine nachhaltigere Produktionsweise zu leisten. So können sie es angehen.

Daniel Czilwik, Capgemini Invent

Der Trend zu immer spezifischeren Kundenbedürfnissen setzt sich weiter fort. Geschäftsprozesse werden kontinuierlich auf den Kunden ausgerichtet und sind zugleich ein Indikator der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Der dabei zunehmende Wunsch nach neuen und individuellen Produkten sowie die stetig kürzer werdenden Markteintrittszeiten stellen Produktionsbetriebe vor ständig neue Herausforderungen. Zusätzlich rückt der Klimawandel verstärkt in den gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Fokus.

Was treibt Unternehmen an?

Produktionsunternehmen müssen daher in Zukunft neben der ökonomischen auch ihre ökologische Effizienz sicherstellen. Neben Unternehmenswerten und innerbetrieblichen Gründen sind, basierend auf unseren Erfahrungen, die folgenden drei Haupttreiber durch Produktionsbetriebe fortlaufend zu berücksichtigen und in ihr kundenorientiertes Handeln zu integrieren:

  1. Erhöhte Anforderungen an Nachhaltigkeit in Produkten oder Prozessen durch den Endkunden sowie die Chance von nachhaltigen Produkten bzw. Produktionsweisen als Marketinginstrument und Reputationsmöglichkeit.
  2. Erhöhte Anforderungen an Nachhaltigkeit in Produkten oder Prozessen innerhalb des Produktionsnetzwerkes
  3. Die Berücksichtigung und Erfüllung von zunehmenden rechtlichen Anforderungen

GREEN + LEAN + DIGITAL = Zukunftsfähig

Wie kann die Produktion auf die Anforderung nach mehr Nachhaltigkeit bei gleichzeitigem Erhalt der Wirtschaftlichkeit reagieren?  Die Antwort von Capgemini und dem Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik (IGCV) auf diese Frage ist die Green Lean Digital Factory! Die Green Lean Digital Factory kombiniert klassische Lean Management Konzepte mit den Potenzialen der Digitalisierung, um die Vision einer nachhaltigen Fabrik zu erreichen. Dieser Dreiklang führt zu einer ökonomischen und ökologischen Effizienzsteigerung in der Produktion.

Abb. 1: Dreiklang von Green, Lean und Digital für ökonomische und ökologische Effizienz

Unser Konzept der ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit konzentriert sich darauf, die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen, ohne die Bedingungen für zukünftige Generationen nachteilig zu beeinflussen. Es basiert auf den Säulen: Ökonomie, Ökologie und Technologie, die für ein soziales und umweltfreundliches Produktionsumfeld ausgewogen sein müssen. Die Green Lean Digital Factory basiert im Kern auf Lean Management Prinzipien wie kundenorientierten und verschwendungsfreien Prozessen. Lean stellt die Basis für die Digitalisierung der Fertigung dar. Mit der Digitalisierung werden einerseits durch den Einsatz neuer Technologien die Optimierungs- und Innovationspotenziale der Smart Factory erschlossen und andererseits die Tools und Methoden des Lean Managements (bspw. digitale Wertstromanalyse) angereichert.

Mit der Ergänzung um Nachhaltigkeit (Green) strebt die Green Lean Digital Factory die Maximierung der ökonomischen und ökologischen Effizienz an. Dieses Ziel wird durch den Einsatz von Prinzipien, Werkzeugen und Technologien aus allen drei Bereichen erreicht. So lassen sich Lean Methoden und digitale Lösungen beispielsweise zur Identifizierung und Reduktion des Energieverbrauchs einsetzen. Technologien wie IIoT oder Manufacturing Intelligence erhöhen signifikant die Transparenz und ermöglichen die gezielte, zeitnahe Umsetzung von Maßnahmen, um die Nachhaltigkeitsziele in der Produktion zu erreichen.  Zusammengefasst wird damit ein positiver Beitrag für die heutigen Mitarbeiter, zukünftige Generationen und die Profitabilität des Unternehmens erreicht.

Abb. 2: Die Kernelemente der Green Lean Digital Factory

Zahlreiche Unternehmen beweisen bereits, dass ein positiver Effekt möglich ist

Bosch spart durch den Einsatz einer IoT-Plattform zur Optimierung von Energieverbräuchen 5.000 Tonnen Treibhausgasemissionen (CO2-Äquivalente) und 2,4 Millionen Euro pro Jahr.  Vergleichbares gelang TATA STEEL: eine Energieeinsparung von 40% konnte bei Kühltürmen durch den Einsatz von Datenanalysen realisiert werden.  Viele weitere solche Beispiele müssen folgen, um gemeinsam eine grüne Zukunft zu gestalten.

Sie möchten nicht länger warten und in Ihrer Produktion die ökonomische und ökologische Effizienz erhöhen? Dann freuen wir uns über einen Austausch! Capgemini und das Fraunhofer IGCV haben es sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, Unternehmen zu einer schlanken, intelligenten und zugleich nachhaltigen Produktion zu transformieren. Nächste Woche erscheint zudem unser zweiter Blog Artikel zum Thema: Fünf Hebel der Green Lean Digital Factory.

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