Das agile Framework-Chaos meistern

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Bei der Skalierung agiler Arbeitsweisen unterstützen zahlreiche Frameworks. Die Auswahl des richtigen Frameworks ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor und muss auf die Ziele des Unternehmen abgestimmt sein. Denn nur so können die gesamten Vorteile von agile ausgeschöpft werden.

Scrum ist gut, aber ich will mehr!

Viele Unternehmen haben bereits ihre agile Reise begonnen und z. B. nach dem Vorbild von Scrum agile Teams etabliert. Was gut für einzelne Teams funktioniert, soll nun auch auf mehrere Teams oder ganze Bereiche ausgeweitet werden. Diese sollen ihre Arbeit in der Produktentwicklung oder ihre Projekte bis hin zum gesamten Portfolio agil steuern und umsetzen.

Und genau hier fängt das Problem für viele Unternehmen an, denn Scrum beschreibt keine Adaption von Agilität auf Produktebene mit mehreren Teams oder sogar auf die Portfolioebene mit einer Vielzahl agiler Teams, die an mehreren Produkten arbeiten. Diesen Anspruch haben die sogenannten „scaled agile“ Frameworks.

Sie beschreiben, wie mehrere Teams synchronisiert und koordiniert auf Basis agiler Grundsätze arbeiten. Allerdings gibt es eben nicht nur einen Ansatz und ein Framework, woraus sich die Frage ableitet: Welches passt nun zu meinem Unternehmen?

Und wie skaliere ich Agilität nun richtig?

Und wie skaliere ich Agilität nun richtig?

Vor der Auswahl eines Frameworks, sollte das Unternehmen zuerst Klarheit schaffen, wieso es eigentlich agil sein will und welche Mehrwerte es durch die Agilisierung erreichen will – und ob agil der grundsätzlich richtige Weg ist.

Eine Kombination herkömmlicher mit agilen Ansätzen birgt dabei nach unseren Erfahrungen die Gefahr, nicht die Vorteile beider Modelle sondern vielmehr deren Nachteile zu kombinieren.

Wie bereits im Blogbeitrag Agil skalieren – nicht das Framework ist entscheidend beschrieben, ist zunächst wichtig, dass eine eigene agile Vision entwickelt wird, die zur eigenen strategischen Ausrichtung passt. Daraus können mögliche Filterkriterien für die Auswahl eines passenden Frameworks abgeleitet werden. Dabei stehen vor allem folgende Eckpfeiler im Vordergrund:

  • Kultureller Fit des Frameworks
  • Freiheitsgrad (präskriptiv vs. deskriptiv)
  • Abdeckungsgrad: Team, Produkt oder Portfolioebene
  • Zentralisierter vs. dezentralisierter Ansatz
  • Implementierungskosten – bzw. aufwand
  • Teamgröße

Abhängig von Reifegrad der Agilität in der eigenen Organisation kann es durchaus sinnvoll sein, sich nicht zu stark durch ein Framework einengen zu lassen. Wenn bereits Teams den agilen Grundsätzen folgen und sich daraus eine eigene agile Kultur bildet, dann lohnt sich es, darauf aufzusetzen und die Skalierung auf den Grundsätzen dieser Kultur voranzutreiben.

Die bekannten Frameworks sollten dabei nicht als starre Architekturen für skalierte Agilität angesehen werden, sondern als Inspirationsquelle für die Identifikation passender Methoden dienen. Diese sollten zur eigenen agilen Kultur passen und die positiven Effekte verstärken. Das empfiehlt sich aber nicht für Unternehmen, welche bis dato keine oder nur wenig Berührungspunkte mit Agilität hatten. Hier sollte ein methodisches Vorgehen verwendet werden, damit strukturiert entschieden werden kann, welches Framework am besten die Potentiale der selbstgesteckten agilen Vision erreichen kann.

So komme ich strukturiert durch das Framework-Chaos

Erst wenn definiert ist, welche Kriterien relevant sind und welche Bedeutung sie für den Auswahlprozess haben, sollten alle Frameworks zur Skalierung von Agilität anhand dieser Kriterien verglichen werden. Dabei wird man feststellen, dass kein Framework alle Kriterien abdecken kann, weshalb ein schrittweiser Ansatz entscheidend ist.

Zunächst sollten sogenannte KO-Kriterien ausgewählt werden, anhand dieser die Liste an Frameworks auf ein sinnvolles Maß  gekürzt wird. Im Anschluss können dann die ausgewählten Frameworks detailliert miteinander verglichen und gegen die eigenen Kriterien gelegt werden. Um eine möglichst hohe Objektivität zu erreichen, sollten dann je Kriterium Punkte vergeben und Kriterien gewichtet werden, damit sie besser die strategische Ausrichtung eines Unternehmens widerspiegeln können.

Häufig stellen uns Kunden die Frage, wie ein solches komplexes Thema erfolgreich und möglichst effizient ins Ziel gebracht werden, ohne unnötige Kosten produzieren müssen. Wir von Capgemini Invent unterstützen dabei unsere Kunden von der Entwicklung der agilen Vision bis hin zur Implementierung des agilen Ansatzes auf Unternehmensebene.

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Für die Auswahl des richtigen Frameworks bringen wir eine bereits erprobe Selektionsmethodik mit. In Workshops mit unterschiedlichen Stakeholdern des Unternehmens erarbeiten wir die Gewichtung der Auswahlkriterien und ergänzen gegebenenfalls zusätzliche, unternehmensspezifische Kriterien. Anschließend definieren wir gemeinsam eine Shortlist der Frameworks und erarbeiten die Empfehlung für ein „best-fit“ Framework. Erst wenn diese Schritte abgeschlossen sind, startet die Gestaltung der eigentlichen Transformation. Diese beginnt in einem Proof-of-Concept, ganz gemäß dem agilen Grundsatz „Test, Inspect, Adapt“.

Vielen Dank an die Co-Autoren Vitalij Smoljaninov, Marianne Müller und Sophia Gisdakis für die Inputs und die Zusammenarbeit an diesem Beitrag.

Gerne diskutiere ich mit Ihnen wie Sie das richtige Framework für skalierte Agilität definieren und lege den Grundstein für Ihre persönliche agile Transformation. Ich freue mich auf die Gespräche.

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