Capgemini Cloud Maturity Assesment – Teil II

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Kosteneinsparungen, erhöhte Flexibilität und gesteigerte Automatisierungsgrad – die Cloud steckt voller Vorteile, doch wo anfangen? Mit dem Cloud Maturity Assessment von Capgemini Invent helfen wir unseren Kunden dabei „Cloud-Reife“ ihrer Organisation zu verstehen, messbar zu machen und zu verbessern.

Erhöhter Automatisierungsgrad, Perfomancevorteile und eine globale Skaliserung bei gleichzeitig reduzierten Kosten? – Der Trend geht deutlich zu einer Verlagerung in die Cloud. In der Arbeit als Cloud-Berater beschäftigt sich das Capgemini Invent Cloud Strategy Team täglich damit, dass die aufgezeigten Potenziale der Cloudadaption bei unseren Kunden auch tatsächlich zielgerichtet erreicht und maximal ausgeschöpft werden.

Teil I der Cloud Maturity Assessment Blogserie (kurz CMA), beschreibt wie wir dieses Instrument zusammen mit unseren Kunden einsetzen, um ihnen dabei zu helfen die verschiedenen Dimensionen von „Cloud-Reife“ zu verstehen und messbar zu machen. Die Erkenntnisse aus dem CMA dienen der Beantwortung von Fragen rund um den Weg hin zur optimalen Nutzung von Cloud-Technologien und spezifiziert die gewünschten Ergebnisse der Transformation.

Um optimalen Nutzen aus Cloudtechnologien ziehen zu können, gilt es die Ziel-Reifegrade der Cloud-Nutzung in einer hybriden IT-Landschaft zu definieren und notwendige Maßnahmen sowie Projekte zur Erhöhung des Reifegrads in den verschiedenen Domänen durch eine Cloud-Roadmap im Unternehmen zu verankern. Dafür bedarf es Prioritäten zu setzen und Investmententscheidungen zu steuern, zu optimieren und gegebenenfalls zu hinterfragen.

Die sechs Reifegrade des CMAs im Detail

Die sechs CMA-Reifegrade reichen vom minimalen Adaptionsgrad – Legacy (0) – bis zur maximalen Ausprägungsstufe der effektiven Cloudnutzung – Optimiert (5).
Die unterste Ebene in Abbildung 1 und somit der minimale Reifegrad im Cloud Maturity Assessment ist das Level 0, welches gleichbedeutend mit dem einer Betrieb reinen Legacy-Infrastruktur ist. Deren Systeme sind eine Mischung aus physischen und virtualisierten Systemen, die von Plattform-Betriebsteams in Silos verwaltet werden. Die Prozesse sind dabei sehr manuell; es existiert keine Art der Automatisierung. Zudem ist der Wissensschatz bezüglich Cloudtechnologie und deren zielgerichteten Einsatz nicht bis kaum vorhanden.

Unternehmen mit Reifegrad 1 analysieren und dokumentieren die bestehende IT-Umgebung des Unternehmens

Dabei wird weiterhin die traditionelle Infrastruktur von dedizierten Teams in Silos verwaltet. Prozesse sind nach wie vor weitgehend manuell und Automatisierungslösungen werden höchstens spartanisch eingesetzt. Es gibt Teilbereiche mit virtualisierten Systemen, jedoch ohne Verwendung von Automatisierungswerkzeugen, die unter den traditionellen IT- und Beschaffungsprozessen betrieben werden. Der größte Teil der IT-Landschaft läuft durchgängig auf physischer Infrastruktur. Einzelne Unternehmensbereiche beginnen mit der Implementierung von Cloud-Elementen, wobei man sich auf die Nutzung von Public Cloud begrenzt.

Capgemini-Invent-Cloud-maturity

Abbildung 1. Die verschiedenen Cloud-Reifegrade des CMAs

Unternehmen mit Reifegrad 2 konzentrieren sich auf den Aufbau von Cloud-Fähigkeiten im Unternehmen

Es erfolgt eine Definition eines ganzheitlichen Ansatzes für die Cloud-Nutzung sowie deren Adaption. Organisationen mit dem „opportunistischen“ Cloud-Reifegrad haben ihre IT-, Beschaffungsprozesse sowie Controlling-Mechanismen speziell für den Umgang mit Cloud aktualisiert. Es wird definiert, wer Dienstleistungen und Serviceelemente bestellen darf und wie dies geschieht. Die Nutzung von Private Cloud ist weit verbreitet. Applikationen werden zunehmend von physischer Hardware in virtualisierte Umgebungen transferiert. Zudem ermöglich die Private-Cloud die Entwicklung von sogegenannten „cloud-fähigen“ Apps. Diese nutzen cloudbasierte Entwicklungsverfahren, welche große Effizienzvorteile mit sich bringen. Die Auslagerung von Daten und Applikationen in die Public Cloud innerhalb des Unternehmens ist nicht standardisiert und weitestgehend noch kaum akzeptiert. Es existieren dafür redundante und überlappende Ansätze. Erste Nutzer realisieren allerdings schon vereinzelte „Cloud-Benefits“, wie etwa Produktivitätssteigerungen, Geschwindigkeitsvorteile und die Nutzung der globalen Skalierungsmöglichkeit.

Der nächste Reifegrad (3) wird durch einen Fokus auf Tooling und der Integration für den automatisierten Cloud Einsatz erreicht

Das Tooling wird eingeführt, um die Bestellung, Steuerung und Verwaltung von Cloud Services zu erleichtern. In diese Kontrollschicht sind Risiko- und Governance-Kontrollen integriert, die die Einhaltung der Unternehmensanforderungen und der lokalen Vorschriften sicherstellen. Ergänzende Service-Management-Schnittstellen sind betriebsbereit. Die unterschiedlichen Ansätze sind harominisiert und betroffene Bereiche, welche in der Planungsphase als relevante Domänen spezifiziert wurden, haben die Adaption akzeptiert. Zusätzlich setzen Unternehmen verstärkt auf Platform-as-a-Service und Software-as-a-Service Angebote. Aufgrund des gezielten Einsatzes der beschriebenen Technologien erzielen Unternehmen dieses Reifegrades bereits hohe Effizienzgewinne.

Für Reifegrad 4 muss sich eine Organisation mit der Messbarmachung, beziehungsweise der Governance zur Messung und Quantifizierung von Cloud beschäftigen

Dafür existieren Online-Kontrollen sowie föderierte Systemlandschaften. Diese bieten die Möglichkeit Zugriff auf mehrere autonome Informationsquellen, verteilte Daten und Datenbewegungen. Somit sind verteilte Anwendungstransaktionen und die grenzüberschreitende Verwaltung von Interaktionen möglich. Es gibt definierte Partner und Integrationsmechanismen, die eine dynamische Bewegung von Systemen und Daten ermöglichen. Somit kann die Unterstützung der Integration auf Tool-Ebene erfolgen. Beispiele dafür sind Service Desk, Alerting und kommerzielle Systeme. Cloud-fähige Anwendungen sind die Regel, und PaaS ist weit verbreitet. Hybrid-Apps, also Applikationen die Synergie aus Nativen- und Web-Apps nutzen, entwickeln sich über Cloud-Delivery-Modelle hinweg. Dabei sind Cloud-fähige Anwendungen nach Business-Anforderungen auf Private, Public und Hybrid Plattformen ausgelagert. Der Fokus dieser „messbaren“ Reifegrad Phase liegt auf cloudbasierter Erhöhung von Time-to-Market und Qualität.

Unternehmen der Stufe 5 haben den Cloud-Einsatz weitestgehend optimiert und erzielen nur noch inkrementelle Effizienzgewinne

„Optimiert“ bedeutet unter anderem, dass das Deployment von Anwendungen automatisiert erfolgt und Orchestrierungssysteme Daten und Anwendungen gemäß den Geschäftszielen (z.B. Kostenminimierung) automatisch in die geeignetste (Cloud)-Umgebung allokieren. Das erfordert eine vollständige Integration und Interoperabilität der Umgebungen. Der Ansatz von Continuous Integration, Continuous Delivery und Continuous Deployment verkürzt nicht nur die Release-Zyklen drastisch, sondern verbessert auch die Qualität von Code bzw. Anwendungen. Daher ist State-of-the-Art Softwareentwicklung nach DevOps Methodik unter Einsatz von Automatisierungswerkzeugen ein wichtiger Baustein zur Steigerung der Cloud-Reife.

Der Reifegrad 5 ist in der Realität kaum anzutreffen wohingegen die Reifegrade 1 und 2 oftmals den Status Quo von Unternehmen darstellen. Wie einleitend erwähnt beruht der optimale Reifegrad auf Ihren individuellen Unternehmenszielen.

Autor: Patrick Schneck, Senior Consultant, Future of Technology

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Wo genau Ihr Unternehmen zum akutellen Zeitpunkt steht, erfahren Sie mittels unseres Cloud Maturity Assessments. Diese Methodik lässt sich flexibel Ihren Organisationsstrukturen anpassen und entweder auf einzelne (IT-)Fachbereiche oder die gesamte Organisation anwenden.

Wenn Sie mehr über das Capgemini Cloud Maturity Assessment und damit den individuellen Reifegrads Ihres Unternehems erfahren möchten, kontaktieren Sie mich gerne. Ich freue mich auf einen persönlichen Austausch.

 

Vielen Dank an den Autor: Patrick Schneck

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