Macht die Digitalisierung Enterprise Architecture Management überflüssig?

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Klassisches Enterprise Architekturmanagement scheint im Konflikt mit agiler IT zu stehen. Warum dennoch weiterhin ein Bedarf an Enterprise Architekturmanagement besteht, lesen Sie in unserem aktuellen Blogbeitrag.

Enterprise Architecture Management (EAM) und Digitalisierung scheinen sich zu widersprechen. Während die Digitalisierung eine übergreifende Zusammenarbeit und die Integration multipler Fähigkeiten forciert, agiert das EAM mit einer isolierten Betrachtungsweise in einem Elfenbeinturm. Um jedoch mit neuen Entwicklungen mithalten zu können, muss sich das EAM gegenüber der Digitalisierung öffnen – doch wie?

Diese Frage bildet den Auftakt meiner Blogserie, in der ich mich auch weiteren spannenden Themen wie der Architekturentwicklung, Steuerung der IT und der agilen Architektur im Spannungsfeld der aktuellen Entwicklungen widme.

Von der Industrialisierung zur Digitalisierung

Nach der Aufbruchstimmung im Bereich digitaler Technologien in den frühen 2000ern und der folgenden Dotcom-Blase, kehrte in den Jahren danach langsam der Alltag wieder ein. Insbesondere bei der Entwicklung der Arbeitsweise der IT konnten in dieser Zeit kaum Veränderungen verzeichnet werden. Seit ein paar Jahren ändert sich das jedoch rasant. Die Digitalisierung stellt traditionelle Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Zum Beispiel werden im Finanzsektor die Banken durch die Newcomer „FinTechs“ herausgefordert; im Einzelhandel setzt Amazon neben dem Online-Handel nun auch auf Filialen in der Innenstadt. Deutlich wird hier, dass die Grenzen zwischen Internet-Firmen und langjährig etablierten Unternehmen zunehmend verschwimmen.

Viele Unternehmen nehmen diesen Wandel an und starten mit der Implementierung von agilen Prinzipien oder der Etablierung von DevOps-Teams verschiedene Digitalisierung-Initiativen. Mit diesen wird die bisherige hierarchisch-sequentielle Arbeitsweise durch interdisziplinäre Teams in flachen Hierarchien ersetzt. Die Teams steuern sich selbst, angeleitet durch ausgezeichnete Fachspezialisten. Hier zeigt sich, dass das traditionelle EAM nicht die notwendige Geschwindigkeit aufbringen kann, um mit dieser agilen, selbstgesteuerten IT zusammenzuarbeiten.

Der Konflikt zwischen der agilen und der traditionellen IT

Bei der Betrachtung der Projektmanagement-Ansätze „agil“ vs. „Wasserfall“ lässt sich feststellen, dass diese sich kaum vereinbaren lassen. Die späte Produktentwicklung im Wasserfall-Ansatz steht den kurzen Produktzyklen der agilen Projekte konträr gegenüber. Folglich ist es eine Herausforderung für Unternehmen, die eine „IT der zwei Geschwindigkeiten“ verfolgen, beide Entwicklungsansätze/-prinzipien miteinander zu harmonisieren. Analog lässt sich das wasserfall-artige EAM schwer mit einer agilen IT kombinieren. Es müsste also den Schritt von der sequenziellen zur agilen Welt vollziehen. Ist aber EAM überhaupt noch nötig in einer agilen Welt?

Transparenz und Planung sind Kern der Enterprise Architektur

Insbesondere kurze Produktzyklen, die Integration von Innovationen oder Veränderungen des Geschäftsmodells erfordern eine gute Planung sowie fundierte Expertise über die IT-Landschaft und deren Fähigkeiten. Auch neue gesetzliche Regularien wie die DSGVO erfordern eine detaillierte Kenntnis über die verschiedenen Aspekte der IT-Landschaft. Somit bilden Transparenz und Planung weiterhin den Kern einer erfolgreichen Arbeitsweise.

Diese Informationsbedürfnisse können von einem EAM geliefert werden, das somit die Schaffung von Transparenz und eine konsistente Planung unterstützt. Folglich besteht innerhalb der agilen Welt die Notwendigkeit für ein EAM weiter fort.

Die Öffnung des Enterprise Architecture Managements hin zur Agilität

Wie bereits angedeutet, muss das traditionelle EAM um agile Prinzipien und Arbeitsweisen ergänzt werden, sodass eine Unterstützung auch für agile Projekte gewährleistet werden kann. Eine Möglichkeit ist hierbei die Übertragung von agilen Techniken sowie Methoden aus dem Start-Up Bereich. Wie sich das genau umsetzen lässt, wird in einem meiner folgenden Blog-Beiträge näher betrachtet.

 

Vielen Dank an den Co-Autor: Henning Klaßen

 

 

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