Künstliche Intelligenz – wir brauchen eine nachhaltige Lösung

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Wir brauchen eine Künstliche Intelligenz, die nachhaltig, ethisch und menschenbezogen ist. Dafür müssen wir jetzt die Rahmenbedingungen definieren.

Wie wird das Zusammenspiel von Gesellschaft, Staat und Wirtschaft unter dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) in Zukunft aussehen? Wer trägt die Verantwortung für Maschinen? Was passiert mit uns Menschen? Wie entwickeln sich menschliche Beziehungen? Wo und was werden wir in Zukunft arbeiten?

All das sind Fragen, die die Menschen in Zeiten der Industrie 4.0 und rasanter Entwicklung hin zu einer völlig neuen Gesellschaft (Gesellschaft 5.0) bewegen und die wir gemeinsam für uns definieren müssen. Was wir allerdings schon heute wissen: Auch in der Zukunft wird der Mensch durch KI nicht ersetzt werden. Im Gegenteil, das Ziel ist es die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu optimieren, für bessere Produkte & Dienstleistungen, effizientere Prozesse und eine Erleichterung der Arbeit.

„Die Rolle der KI besteht nicht darin, den Menschen zu ersetzen, sondern die Fähigkeiten des Menschen zu erweitern. Es geht darum, uns zu helfen, das zu tun, was wir besser können.“

Künstliche Intelligenz, eine der meist diskutierten Technologien und „Hoffnungsträger“ unserer Zeit, hat das Potenzial viele Märkte und Industrien grundlegend umzugestalten und damit ein unglaubliches Spektrum an Themen in unserem Leben, unserer Arbeit und unserer Welt positiv zu beeinflussen. Darunter fällt der Arbeitsmarkt der Zukunft, welcher die körperliche Belastung von Arbeitern weiter reduziert und einen Transfer zu mehr wertschöpfenden Tätigkeiten erlaubt. Aber auch bahnbrechende Mobilitätskonzepte, die zu Restrukturierung von urbanen Räumen beitragen, sowie zahlreiche Innovationen im Bereich Gesundheit, öffentlicher Dienst, Sicherheit, Landwirtschaft und Konsum verändern uns nachhaltig. KI bietet damit nicht nur eine enorme Verbesserung der Lebensqualität und Wohlstand, sondern auch einen Schlüssel zur Bewältigung vieler der großen Herausforderungen, vor denen die Welt heute steht, beispielsweise der Klimawandel, weltweite Versorgungsengpässe, das globale Gesundheitswesen oder die Zuverlässigkeit rechtlicher und demokratischer Systeme.

„Die KI wird in den kommenden Jahren der am meisten diskutierte, investierte und bahnbrechende Trend in der Geschäftstechnologie sein.“
(Lanny Cohen, Chief Innovation Officer, Capgemini)

Auf der anderen Seite stehen den Vorteilen natürlich auch Bedenken, Misstrauen und Ängste in der Gesellschaft gegenüber, die ernst genommen werden müssen. Noch ist eine Eingliederung von KI in den Alltag schwer vorstellbar. Studien haben beispielsweise ergeben, dass viele eine Chatbot Interaktion nicht von der mit einem Menschen unterscheiden können und die Diskussion rund um Datenschutz und Privatsphäre trägt zu einem Misstrauen gegenüber KI Technologien bei. Zudem ist die Verantwortlichkeit für maschinengetriebene Entscheidungen immer noch weitgehend ungeklärt: Wer haftet, wenn ein autonomes Auto einen Unfall baut? Sehr präsent ist außerdem die Angst um den Verlust von Arbeitsplätzen und die Unwissenheit über zukünftige Entwicklungen lässt die Technologie leicht in monsterartige Fantasievorstellungen, angelehnt an Science-Fiction, verwandeln.

All diese offenen Fragen sind ethischer Natur und müssen gestellt und gemeinsam beantwortet werden, bestenfalls auf internationalem Level. Denn durch die globale Weltwirtschaft wird künstliche Intelligenz uns auch grenzübergreifend nachhaltig beeinflussen.

“We are really at the beginning of a journey for something that is going to have a positive impact for people everywhere over the course of the next 10 to 20 years. It is up to us to figure out how best it will have an impact.”
(Rajen Seth, Google)

Die Lösung muss eine nachhaltige, ethische und menschenbezogene Künstliche Intelligenz sein. Daher müssen für jede KI-Initiative alle Dimensionen Kultur, Prozesse, Daten und Technologien gemeinsam betrachtet werden, um einen für uns als Gesellschaft positiven Nutzen sicherzustellen.

Wir sehen aktuell diverse Initiativen von Regulierungsbehörden und Regierungen, um eine ethische und vertrauenswürdige KI-Entwicklung für die Gesellschaft zu gewährleisten, beispielsweise die Ethics Guideline for Trustworthy AI der EU Kommission.
Daher muss für uns jede KI Initiative auf den Grundpfeilern Fairness, Zuverlässigkeit und Regulierung gebaut werden.

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Abbildung 1: Nachhaltige KI ist ein menschenzentrierter Ansatz und die Technologie muss auf gemeinsame menschliche Werte ausgerichtet sein.

 

  • Fair bedeutet für uns, das KI Technologien in unserer Gesellschaft Menschen nicht diskriminieren, die menschliche Autonomie respektiert wird und KI für alle Menschen gleich erreichbar ist. Das heißt zum Beispiel auch gezielt KI Entwicklungen für Randgruppen zu fördern, wie etwa Exoskelette für Kinder mit Behinderung, um diesen das Laufen wieder zu ermöglichen.
  • Zuverlässigkeit heißt für uns, das ein KI-System über den gesamten Lebenszyklus hinweg robust genug ist mit Fehlern oder Inkonsistenten umzugehen. Es muss sichergestellt sein, dass das System tatsächlich das tut, was es tun soll, ohne Benutzer, Ressourcen oder die Umwelt zu schädigen. Das ist zum Beispiel auch die Erwartungshaltung an autonome Fahrzeuge der Zukunft.
  • Regulierung bedeutet für uns eine klare gesetzliche Vorgabe, die die Governance über KI-Systeme und den Schutz des Einzelnen sicherstellt. Diese muss gleichzeitig Präventionsmaßnahme sein und Transparenz schaffen, wie wo und wann Daten von uns erhoben werden. Damit können Daten, wie beispielsweise Sprachdaten von Alexa, nicht mehr unwissend prozessiert werden.

Diese einzelnen Grundpfeiler korrelieren miteinander und wenn alle Dimensionen in einem Gesamtkontext betrachtet werden ist eine nachhaltige KI für die Gesellschaft möglich. Damit kommen wir der Vision der Gesellschaft 5.0 einen großen Schritt näher: Eine hochintelligente Gesellschaft, in der die Potenziale der Digitalisierung und ihrer neuesten Technologien in allen Lebensbereichen ausgeschöpft werden, um die Gesellschaft als Ganzes menschlicher zu machen. Dafür setzen wir uns ein.

Um mehr zu erfahren, nehmen Sie gerne Kontakt mit unserem Experten Thorsten Schmidt auf.

Die Autoren dieses Artikels sind Sophia Gisdakis und Dana Gemünde.

 

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