Man setze sie einfach oben auf einen Geschäftsprozess und damit werde er dann smarter und gleichzeitig unabhängiger von menschlichem Zutun. Die Wahrheit ist doch ein Stück komplizierter – und spannender!

Künstliche Intelligenz ist vielmehr ein Mix aus verschiedenen Technologien, die alle ein unterschiedliches Ziel haben – sei es Effizienz, Fortschritt, Kundenzufriedenheit oder andere. Erst durch die Kombination bekommt sie ihren wahren Wert. Ganz ähnlich wie beim Menschen und seiner Intelligenz. Auch sie können wir nicht isoliert betrachten, sondern nur als eine Verknüpfung aus verschiedener Sinneseindrücken, Erfahrungen und angesammeltem Wissen.

Ich habe viele Lösungen gesehen, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Dabei fiel mir auf, das sie immer wieder dieselben Attribute teilen. Sie stammen aus der Fusion von smarten Prozessen und intelligenter Automatisierung. Ich habe diese Ergebnisse meinen Kollegen gezeigt und die Analogie zwischen eben jenen Attributen und den fünf Sinnen des Menschen gefiel mir dabei immer besser – für mich die Geburtsstunde des Konzepts der fünf Sinne der künstlichen Intelligenz.

1. Interaktion (reden/zuhören)

Die künstliche Intelligenz ist nicht nur ein guter Zuhörer. Sie kann lesen, reden, schreiben und auf Nutzer antworten. Das Ziel dabei: Die Interaktion soll so intuitiv wie möglich sein und den Anwender/Kunden zufrieden stimmen. Beispiele dieser Kategorie sind Chatbots und Voicebots.

2. Überwachung (beobachten)

Eine wichtige Aufgabe der künstlichen Intelligenz ist die Überwachung oder das Monitoring bestimmter Geschäftsdaten und –prozesse. Eine aufmerksame Beobachtung ermöglicht es, Wissen abzuleiten, durch den Wartung, Produktion und andere Prozesse im Backend verbessert werden. Beispiele hierfür finden wir in den Sensoren im Internet der Dinge.

3. Wissen (erinnern)

Hier sind nun Sorgfältigkeit und Erinnerungsvermögen der KI gefragt. Bei diesem Sinn geht es darum, Informationen zu speichern und hinterher wieder zu finden, und zwar mit Hilfe von Komponenten wie Datenbanken und Suchmaschinen. Meiner Einschätzung nach ist dieser Sinn in Unternehmen noch die größte Baustelle. Beispiele wären Wikipedia und meine Festplatte.

4. Analyse (denken)

Sprechen wir von Analyse, meinen wir die Fähigkeit, Muster und Trends zu erkennen. Dafür berechnet die KI mithilfe von Algorithmen Datenkorrelationen und wendet sie auf erlerntes Wissen an. Das Ergebnis ist die Gabe, fundierte Handlungsanweisungen zu geben und die Folgen in der Zukunft vorauszusagen.

5. Service (handeln)

Diese Gedankenleistung erlaubt es den Robotern – seien sie physisch oder Software – Aufgaben abzuarbeiten. Wir haben uns bereits an die Vorstellung von Robotern am Fließband gewöhnt. Jetzt ziehen sie weiter in die Büros. Dort setzen sie beispielsweise Passwörter zurück oder nehmen Kundenbestellungen entgegen.

Ich finde dieses Framework sehr nützlich, weil es mir als eine Art Gegencheck für die Lösungen dient, die wir designen. Und ich teile es sehr gerne mit Ihnen. Erfüllt Ihre Lösung alle dieser fünf Sinne? Nur wenn Sie diese Frage mit ja beantworten können, sehen Sie eine wahrhaft künstliche Intelligenz vor sich sitzen.